"Windows Longhorn kann auch Unix/Linux"

24. Juli 2004, 11:36
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Services for Unix werden zentraler Bestandteil des 2008 erscheinenden Server-OS Longhorn

Der Softwarekonzern Microsoft wird seine Zusatzapplikation Services for Unix (SFU) zu einem zentralen neuen Fixbestandteil der 2008 erscheinenden Server-Version des Betriebssystems "Longhorn" machen. Diesen Schritt werten Analysten als Antwort auf die steigende Unix/Linux-Wende bei Server-Betriebssystemen.

Kostenlose Tools

Die Services for Unix sind schon jetzt in vielen Firmen im Einsatz und derzeit unter Windows 2000, 2003 und XP Professional kostenlos zu nutzen. SFU ermöglicht es auf einem einzelnen System sowohl Windows, wie auch Unix und Linux laufen zu lassen. Durch den Einsatz der SFU werden eine Vielzahl von Applikationen unter verschiedensten Betriebssystemen nutzbar. Ein Feature ist etwa die zusätzliche Active Directory-Unterstützung für Unix-Applikationen.

Neue Entwicklungen

In einem Interview sagte Jason Zions, Softwarearchitekt bei Microsoft, dass derzeit Entwickler-Versionen von SFU eingesetzt würden, die Code sowohl von Windows wie auch von Unix Libraries unterstützen. Für Dan Kusnetzky, einen IDC-Analysten, ist SFU einer der versteckten Schätze von Microsoft. "Es hat sehr große mächtige Fähigkeiten über die Microsoft viel zu selten spricht. Anstatt das Produkt zu verstecken sollte Microsoft damit verstärkt werben."

Ein Schub für Unix

Viele Experten sehen die fixe Integration der SFU in Longhorn als eine Entwicklung, die Microsoft schon bald zum größten Unix-Treiber machen könnte. Die Integration könnte also nicht nur Microsoft enorme Kundenzuwächse, auf Kosten der "traditionellen" Unix-Händler wie etwa Sun, IBM oder HP, bringen, sondern auch einen Schub für Unix/Linux-Applikationen auslösen.

Die Umgehung der GPL

Bislang konnten die Services for Unix nicht gleich mit dem Windows-Betriebssystem ausgeliefert werden, da Bestandteile der Applikation - wie etwa der GNU C Compiler - unter die GPL fallen und nicht gleichzeitig mit kommerzieller Software vertrieben werden dürfen. Laut Angaben des Entwicklers Zions arbeitet Microsoft an eigener Software um den Open-Source-Code zu ersetzen und so die Software in Longhorn integrieren zu können. (red)

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