Homosexuellen-Ehe-Debatte trennt Ehepaar Cheney

16. Juli 2004, 20:06
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Lynne Cheney moderater als ihr Mann Dick - Lesbische Tochter Mary in Cheneys Wahlkampfteam

Washington - In der Debatte um die Homosexuellen-Ehe vertritt das Ehepaar Cheney, Eltern einer lesbischen Tochter, unterschiedliche Positionen: US-Vizepräsident Dick Cheney fordert so wie Präsident George W. Bush einen Zusatz zur US-Bundesverfassung, wodurch die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert werden soll. Seine Ehefrau Lynne will hingegen die Regelung der Homosexuellen-Ehe den Bundesstaaten überlassen, wie sie am Sonntag in einem CNN-Interview bekräftigte. Dadurch könnten einzelne Bundesstaaten individuell entscheiden, ob sie die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichen oder nicht.

Dick Cheney hatte diese moderatere Position im Präsidentschaftswahlkampf 2000 noch selber vertreten. Der nun von Bush und Dick Cheney favorisierte Verfassungszusatz würde einer Einführung der Homosexuellen-Ehe auf Bundesstaaten-Ebene einen Riegel vorschieben. Eine der beiden Töchter des Ehepaars, Mary, ist offen lesbisch und arbeitet im Wahlkampfteam ihres Vaters mit.

Menschenrechts- und Homosexuellenverbände in den USA haben gegen die Forderung führender Republikaner nach einem Verfassungszusatz eine Kampagne gestartet. Auch der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kerry und sein Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards lehnen ein bundesstaatliches Verbot von Homosexuellen-Ehen ab. Die Frage wird seit vergangenem Freitag im US-Senat debattiert. (APA)

  • Das Ehepaar Cheney mit Enkelsohn Philip
    foto: david bohrer/ho

    Das Ehepaar Cheney mit Enkelsohn Philip

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