Zusammenstöße nach Oranier-Umzügen in Belfast

14. Juli 2004, 16:00
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25 Polizisten verletzt - Katholische Extremisten attackieren britische Soldaten

Belfast - Bei Zusammenstößen im Anschluss an die traditionellen Umzüge nordirischer Protestanten sind in Belfast 25 Polizisten verletzt worden. Katholische Extremisten attackierten am Montagabend britische Soldaten und Polizisten. Im Norden der Provinzhauptstadt zerschlugen sie nach Polizeiangaben mit Hämmern die Scheiben von Militärfahrzeugen. Bereitschaftspolizisten kamen den eingeschlossenen Soldaten zu Hilfe und gingen mit Wasserwerfern gegen die Menschenmenge vor.

Eine direkte Konfrontation zwischen Mitgliedern des protestantischen Oranier-Ordens und katholischen Gegendemonstrationen konnte weitgehend vermieden werden. Führende Vertreter der katholischen Partei Sinn Fein riefen die katholischen Bewohner des Stadtteils Ardoyne zur Zurückhaltung auf. Sinn-Fein-Politiker Gerry Kelly sagte, die katholischen Bewohner seien aufgebracht darüber, dass die Polizei rund 400 Oraniern erlaubt habe, an ihrem Viertel vorbei zu marschieren.

In den Städten Antrim und Greysteel griffen Katholiken zwei mit Mitgliedern des Oranier-Ordens besetzte Busse auf der Heimfahrt mit Steinen an. Dabei erlitten mehrere Fahrgäste eines Busses Schnittverletzungen.

Mit ihren Umzügen in 18 Städten der britischen Provinz erinnerten die protestantischen Traditionalisten an den Sieg Wilhelms von Oranien über den katholischen König Jakob II. am 12. Juli 1690. Dabei bekundeten sie ihre Loyalität zur britischen Königin. Die Aufmärsche, die von der katholischen Bevölkerung als Provokation empfunden werden, haben in den vergangenen Jahren wiederholt zu blutigen Unruhen geführt. (APA/AP)

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    Katholische Extremisten attackieren britische Soldaten

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