Gebäudebesetzung: Gruppe "Freiraum" will nicht aufgeben

23. Juli 2004, 16:19
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An Uni "genug Gelände, das nicht genutzt wird" - Polizei weist nach Räumung Knüppelvorwürfe zurück

Wien - Die Besetzer des gestern, Montag, Abend geräumten Gebäudes hinter dem Narrenturm am Campus des Alten AKH wollen weiter versuchen, ihre Anliegen durchzusetzen. Die Universität verfüge über "genug Gelände, das nicht genutzt wird", so ein Sprecher. Ziel der Gruppe "Freiraum" war es, einen "Freiraum zu schaffen, der nicht dem wirtschaftlichen Verwertungszwang unterliegt" - so sollten etwa ein "Kulturzentrum ohne ökonomische Zwänge" und ein Cafe etabliert werden.

Kritik übte der "Freiraum"-Sprecher an der Universität: "Mit uns hat man nicht reden wollen." Die Uni hätte nur die Hochschülerschaft als Gesprächspartner akzeptiert. Man werde aber weiter mit Nachdruck die Ziele verfolgen - neben der Universität gebe es auch andere Möglichkeiten, etwa die Stadt Wien.

Räumung

Die Polizei räumte am Montag abend das von Studenten und Jugendlichen seit Samstag nacht besetzten leer stehenden Gebäude hinter dem Narrenturm am Campus des Alten AKH. Seitens der Besetzer wurde von einem "Niederknüppeln von friedlichen Studenten" gesprochen. Die Polizei wies diese Darstellung zurück.

Es habe keine Erstürmung gegeben, wie die Besetzer behaupteten. Allerdings hätten die Besetzer heute der Baupolizei den Zutritt verweigert und dann sei die Verordnung erlassen worden, dass das Gebäude zu räumen sei. Notfalls müsse man die Verordnung mit Gewalt durchsetzen.

"Renovierungsbedürftig, aber nicht baufällig"

"Baupolizeiliche und sicherheitstechnische Bedenken" hatte zuvor die Universität Wien bei der Besetzung des leer stehenden Gebäudes angegeben. Das als Werkstättenhof dienende Gelände war vor einigen Monaten zum Teil abgebrannt. Am Montag Vormittag sollen noch zehn Personen vor Ort gewesen sein, zuletzt sprach einer der Besetzer von 50 KollegInnen. Die Uni Wien als Eigentümer des Gebäudes meinte, die Räumung sei aufgrund der großen Gefährdung der Personen und zum Schutz derselben wegen der Baufälligkeit notwendig. Die Aktivisten hatten zuvor hingegegen betont, dass das Haus zwar "renovierungsbedürftig, aber nicht baufällig" sei.

In der Nacht auf Sonntag waren Aktivisten in das baufällige Haus hinter dem Narrenturm eingezogen, um nach eigenen Angaben dort einen "Freiraum zu schaffen, der nicht dem wirtschaftlichen Verwertungszwang unterliegt". In dem leer stehenden AKH-Teil sollen Kulturveranstaltungen und ein Cafe etabliert werden. Im Juni waren bereits die ehemaligen Facultas-Räume im Alten AKH besetzt worden, damals hatte die Polizei die Besetzung nach einigen Stunden beendet. (APA)

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