Ölbohrinsel und Pipeline gefährden Grauwale

19. Juli 2004, 12:22
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WWF fordert Shell zum vorläufigen Baustopp auf: "Hier ticken tödliche Zeitbomben"

Frankfurt/Main - Der Bau einer weiteren Öl-Bohrinsel und einer Pipeline der Shell AG im Ochotskischen Meer vor der russischen Insel Sachalin bedroht laut WWF den Bestand der letzten 100 Westpazifischen Grauwale. "Lärm und Ölverschmutzung gefährden die grauen Riesen", sagte Volker Homes, Walexperte der Umweltstiftung WWF Deutschland, am Montag in Frankfurt. "Wir fordern Shell auf, die Bauvorhaben vorerst zu stoppen und nach einer Lösung zu suchen, die jegliche Gefahr für die Grauwale ausschließt."

Der WWF setzt sich für die Einrichtung einer Schutzzone rund um die Piltun Bucht im Norden der Insel Sachalin ein. Hier leben neben den bis zu 35 Tonnen schweren und 14 Meter langen Grauwalen den Angaben zufolge auch Schweinswale, große Ringelrobben und Nördliche Minkwale. Forscher registrieren laut WWF seit 1999 in der Region vermehrt abgemagerte Tiere. Auch die Fortpflanzung der bedrohten Großwale leide unter der Lärmbelastung durch die Ölbohrungen.

Da die Region stark erdbebengefährdet sei, warnt der WWF zudem vor einer möglichen Ölkatastrophe. "Die bestehenden und geplanten Bohrinseln und Pipelines sind nicht hinreichend auf ihre Erdbebensicherheit getestet", erklärte Homes. "Hier ticken tödliche Zeitbomben. Mit dieser Fahrlässigkeit wird eine mögliche Katastrophe für Mensch und Natur billigend in Kauf genommen." Die Organisation appellierte an die Internationale Walfang Kommission, sich für den Schutz der Grauwale einzusetzen.(APA/AP)

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