Sexskandale ohne Ende

2. September 2004, 18:49
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Katholische Kirche weltweit mit Vorwürfen konfrontiert

Immer mehr Pädophilie-Skandale tauchen innerhalb der katholischen Kirche auf. Zunehmend gerät der Vatikan unter Druck, lang vertuschte Fälle aufzurollen und sich mit diesem Tabuthema auseinander zu setzen.

Für Aufsehen sorgten heuer von der US-Bischofskonferenz veröffentlichte Studien, die massiven sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Priester belegten: In den vergangenen 50 Jahren wurden mehr als 10.000 Kinder Opfer unsittlicher Handlungen. Im Mittelpunkt dieses Skandals stand die Erzdiözese in Boston, die jahrelang pädophile Priester deckte. Es sind umfangreiche Prozesse in Gang.

Im deutschen Mainz schockierte ein Priester, der Ende der 80er-Jahre einen vierzehnjährigen Buben wiederholt missbraucht hatte. 2001 wurde in Frankreich ein Bischof verurteilt, weil er einen wegen Kindesmissbrauchs geständigen Priester nicht anzeigte. Ein Erzbischof in Polen belästigte jahrelang Schüler im Priesterseminar. Zu 36 Jahren Haft wurde ein irischer Priester verurteilt, der sich an drei Burschen zwischen acht und achtzehn vergangen hatte.

In Neuseeland entschuldigten sich katholische Bischöfe in Rahmen von Messen für Übergriffe an Kindern.

Auch in Österreich schädigten (vertuschte) Sexaffären das Image der Kirche, Höhepunkt war 1995 der Fall des mittlerweile verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer, der einen ehemaligen Schüler unsittlich berührt haben soll. Aber auch weniger prominente Geistliche mussten sich Vorwürfen stellen, doch nur wenige sich vor Gericht verantworten. So wurde im Burgenland ein Gemeindepfarrer wegen versuchten sexuellen Missbrauchs zu achtzehn Monaten bedingter Haft verurteilt. (die, tb, Der Standard, Printausgabe, 13.07.2004)

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