Aufsteiger und Meister eröffnen

14. Juli 2004, 11:53
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Wacker Tirol empfängt heute den GAK - Die Tiroler bauen auf die Kraft, die ihnen der Durchmarsch durch zwei Ligen beschert hat

Innsbruck/Wien - Solange nicht gespielt ist, ist auch nichts verloren. Also gehen die Tiroler frohgemut ins Duell mit dem Meister. Dazu sind sie gestärkt von einer zweijährigen Erfolgswelle. 2002, nach drei Meistertiteln en suite, hatte der FC Tirol einen mächtigen Konkurs produziert (60 Millionen Euro Schulden), und der Nachfolgeklub marschierte in den nächsten beiden Jahren von der Westliga via Red-Zac-Liga zurück in die T-Mobile-Bundesliga.

"Wir haben viel positive Erfahrung", sagt also Helmut Kraft, seit vergangenem Sommer Trainer der Tiroler. Und da die Saison in der Red-Zac-Liga holprig begonnen hatte, die Seinen zunächst nicht zu den Titelanwärtern gezählt wurden, ehe sie zu siegen begannen, seien sie mental geschult, auch Rückschläge zu verkraften.

Wickel um Namen

13 bis 14.000 Zuschauer werden heute auf dem Tivoli erwartet. Ein Problem gibt es mit dem harten Kern der Fans, den Treuesten. Die forderten in Anlehnung an alte Zeiten eine Umbenennung in FC Wacker Innsbruck, was in einer außerordentlichen Generalversammlung vergangene Woche abgelehnt wurde. Es gab Stunk. "Zahlenmäßig ist das Problem nicht so groß", sagt Kraft, "aber es handelt sich um jene, die die beste Stimmung machen, um jene, die auch dann hinter uns standen, als es nicht so gut lief. Das tut schon weh." Der Vereinsname steht nicht zur Disposition. Kraft: "Ich hoffe, dass die Vernunft siegt."

Das Fazit der traditionellen Trainerumfrage vor Meisterschaftsbeginn lautet, dass vier um den Titel spielen werden (GAK, Austria, Pasching, Rapid) und der Rest gegen den Abstieg. Kraft sieht das auch so, wenngleich das Anstreben eines vorderen Mittelfeldplatzes positiver klinge. "Es werden Kleinigkeiten entscheiden." Habe ein Team einen Lauf und also einen Punktepolster, "so wie Bregenz im Vorjahr", dann könne man unbeschwert kicken. Ist das Abstiegsgespenst da, dann drückt es aufs Gemüt. Zuversicht verschafft Kraft die Stärke der Red-Zac-Liga, in den vergangenen Jahre machten die Aufsteiger stets gute Figur, siehe Pasching oder auch Mattersburg.

Kleiner Kader

Im Tiroler Kader werken 20 Feldspieler und drei Torleute. Das könnte eng werden bei Verletzungen und Sperren. Gegen den GAK fällt schon einmal Wolfgang Mair (Bänderverletzung) aus. Kraft: "Wir brauchen noch mindestens einen Stürmer."

Läuferisch, konditionell, den Ehrgeiz, die Motivation und den Hunger betreffend, so Kraft, sei seine Mannschaft sicher erstligatauglich. "Unser Problem könnte ein quantitatives sein, qualitativ haben wir keines." (bez - DER STANDARD PRINTAUSGABE 13.7. 2004)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

  • FC Wacker Tirol - Liebherr GAK (Innsbruck, Tivoli neu, 19:30 Uhr/live Premiere und ATVplus, SR Stuchlik) - Ergebnis aus der Vorsaison: Cup-Achtelfinale 1:2 (in Innsbruck).

    Tirol: Pavlovic - Schroll, Zelic, Schrott - Mimm, Grüner, Alfred Hörtnagl, Brzeczek, Mader/Windisch - H. Aigner, Koejoe Ersatz: Planer - H. Eder, Mühlbauer, Wazinger, Schreter, Zongo Es fehlt: Mair (Bänderverletzung im Knöchel)

    GAK: Almer - Standfest, Ehmann, Tokic, Pogatetz - Plassnegger, Muratovic, Aufhauser, Amerhauser - Kollmann, Skoro Ersatz: Rindler - Ramusch, Dollinger, Sick, Hassler, Pirker, Erkinger Es fehlen: Schranz, Pötscher, Bazina, Majstorovic, Sencar (alle verletzt)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Der wackere Wolfgang Mair und seine Tiroler Kollegen glauben sich vor der Red Zac endgültig sicher.

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