Die Künetten-Theorie der ÖVP

14. Juli 2004, 10:03
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Viele Baustellen als Hinweis, dass schon nächstes Jahr gewählt wird

Wien - Es geht doch nichts über eine zünftige Theorie. Der Wiener ÖVP-Obmann Johannes Hahn und sein Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl sind felsenfest davon überzeugt, dass:

a) schon im kommenden Jahr und nicht erst im Frühjahr 2006 in Wien gewählt wird;

b) es genau deshalb heuer doppelt so viele Baustellen als 2003 in der Stadt gebe. Auf dass es dann im gemutmaßten Wahljahr 2005 deutlich weniger Künetten in der Stadt gebe.

Gerstl fiel etwa auf, dass heuer an drei Stadteinfahrten gearbeitet werde und es gebe auch "keinen zwingenden Grund die Schönbrunner Brücke jetzt zu sanieren", sie weise keinen konkreten technischen Defekt auf. Auch die "Reichsbrücke oder die Untere Donaustraße, hätten nicht unbedingt in diesem Jahr saniert werden müssen", ist Gerstl überzeugt.

Für den SPÖ-Verkehrssprecher Günter Reiter sind diese Vorwürfe "dermaßen skurril, dass sich dazu jeder Kommentar erübrigt". Er müsse Gerstl und Hahn allerdings schon darauf hinweisen, dass an der Reichsbrücke schon seit vergangenem Jahr gearbeitet werde und diese Sanierungsarbeiten auch noch 2005 fortgesetzt würden.

Und die Sanierung der Schönbrunner Schlossbrücke sei sogar "dringend notwendig". Diese Baustelle sei übrigens wie auch jene in der Währinger Straße ein Projekt der Wiener Linien.

Die ÖVP wäre wohl "die erste, die schreit, wenn dringende Baumaßnahmen verzögert würden", glaubt Reiter und ist sich sicher, dass "Baustellen infolge von Wasserrohrbrüchen auch in Wahljahren nicht verhindert werden können". Das kann nicht einmal die SPÖ mit ihrer absoluten Mehrheit verhindern. (frei, Der Standrad, Printausgabe, 13.07.2004)

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