Weiterer Legionellen-Fall in Klagenfurt

13. Juli 2004, 20:20
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Duschwasser eines Spitalszimmers kontaminiert - Gesundheitsamt leitete Sofortmaßnahmen ein

Klagenfurt - In Klagenfurt ist ein weiterer Fall von Legionellen bekannt geworden. Im Krankenhaus der Elisabethinen sei bei der routinemäßigen Hygieneuntersuchung in einem Wasserendstrang eine geringe Keimzahl festgestellt worden, teilte das Spital über seine PR-Agentur mit. Dies gehe aus dem am Montag übermittelten Befund hervor.

Dazu wird der Hygienebeauftragte des Hauses, Oberarzt Wolfgang Radda, zitiert: "Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Patienten oder Personal bestanden. Die hohen hygienischen Standards des Hauses sehen derartige Untersuchungen regelmäßig vor, das wird auch strengstens eingehalten. Es sind auch keine Erkrankungen aufgetreten."

Sofortige Sperre

Seitens des Gesundheitsamt der Stadt wurden die sofortige Sperre des Patientenzimmers mit der kontaminierten Dusche, eine thermische Desinfektion und eine sanitärtechnische Überprüfung angeordnet. Die Sperre bleibt so lange aufrecht, bis die Wasserprobe wieder negativ ist. Laut Amtsarzt liegt die Kontaminierung des Wassers gerade noch an der Toleranzgrenze.

Über die beiden bisher bekannt gewordenen Fälle von Legionärskrankheit, ausgelöscht durch die Duschen am Klagenfurter Campingplatz, wurde am Montag in einer Sondersitzung des Stadtsenates ausführlich diskutiert. Es sei beschlossen worden, eine unabhängige Untersuchungskommission einzusetzen, teilte Bürgermeister Harald Scheucher (V) mit. Hintergrund ist die Aussage der Leiterin der Abteilung Baurecht-Naturschutz, Karin Zarikian, dass nach dem Campingplatzgesetz die Stadt keine Wasseraufbereitungsanlagen behördlich kontrollieren könne.

Sorgfaltspflicht

Weiters wurde im Stadtsenat festgestellt, dass die Eigenverantwortung und Sorgfaltspflicht für den Campingplatz bei der Stadtwerke AG als Eigentümer und Betreiber liege. Schließlich wurde festgehalten, dass es bei der Abteilung Gesundheit keine Versäumnisse gegeben und diese alles getan habe, was notwendig gewesen sei.

An der Sondersitzung nahmen auch Vertreter der Stadtwerke AG teil, welche eine lückenlose Chronologie der Vorfälle und Maßnahmen seit Bekanntwerden des ersten Falles von Legionärskrankheit abgaben. Vorstand Wilhelm Lauer habe betont, dass seitens der Stadtwerke AG alles Erdenkliche unternommen wurde, um die Krisensituation in den Griff zu bekommen, hieß es dazu in einer Aussendung der Stadt. Wer für die Wartung der Duschanlagen am Campingplatz zuständig ist, sei seitens der Stadtwerke AG nicht beantwortet worden. "Das wird der Staatsanwalt klären", wurde Lauer zitiert.

Durch die Kontaminierung der Duschanlagen am Campingplatz mit Legionella-pneumophila-Keimen waren zwei Personen erkrankt. Der 60-jährige Helmut Kokesch aus Ternitz (Niederösterreich) ist am 4. Juli im AKH Wien verstorben, der 72 Jahre alte Hubert Tschirschwitz aus Deutschland befindet sich in LKH Klagenfurt auf dem Weg der Besserung und dürfte in dieser Woche in seine Heimat zurückkehren können.(APA)

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