Totschnig: "Die Berge können kommen"

20. Juli 2004, 10:47
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Der Tiroler erwartet im Zentralmassiv den ersten Härtetest: "Da wird man sehen, wer in Topform ist"

Limoges - Lance Armstrong, der nach den bisherigen acht Etappen der 91. Tour de France an sechster Stelle der Gesamtwertung liegt und auf seinen Hauptrivalen Jan Ulrich 55 Sekunden Vorsprung aufweist, hat bereits in den Flachetappen die Weichen für seinen sechsten Saisonsieg gestellt. Doch auch der Österreicher Georg Totschnig darf mit dem bisherigen Verlauf zufrieden sein. "Ich fühle mich gut, die Berge können kommen", sagte er am Montag, als der Tourtross vor der Fahrt durch das Zentralmassiv und in die Pyrenäen in Limoges einen Ruhetag einlegte.

Der Gerolsteiner-Kapitän ist froh, dass er die hektischen Flachetappen mit den gefährlichen Massensprints ohne Sturz überstanden hat und nur das Mannschaftszeitfahren ("Da hatten wir Pech und einen schwarzen Tag") nicht nach Wunsch gelaufen ist. Dass er vorerst mit 12:49 Minuten Rückstand auf Leader Thomas Voeckler nur an 64. Stelle rangiert, hat nicht viel zu besagen. Der französische Überraschungsmann wird vielleicht schon am Mittwoch das begehrte Gelbe Trikot abtreten müssen. Denn da gibt es bei der 237-km-Fahrt von Limoges nach Saint Flour bereits eine erste Vorentscheidung. Totschnig: "Da wird man sehen, wer in Topform ist."

Wichtig ist für den Tiroler, dass sich der Rückstand auf Armstrong (3:14 Minuten), Ulrich (2:19) und die anderen Asse in Grenzen hält. "Derzeit liegt alles im grünen Bereich", lautet deshalb der Standpunkt des Zillertalers, der ja heuer nach seinem zwölften Rang vom Vorjahr erstmals einen Top-Ten-Platz und somit das beste Ergebnis seit Peter Luttenberger (Fünfter 1996) anpeilt. Ein Tagessieg wäre auch der "Traum" des Österreichers, um dessen Verwirklichung er in den nächsten zwei Wochen mit aller Kraft kämpfen will.

Dass Totschnig dazu in der Lage ist und in den Bergen auch mit den Besten mithalten kann, hat er ja erst vor kurzem bei der Tour de Suisse mit seinem vierten Endrang und seinem Sieg auf der Königsetappe bewiesen. Allerdings hat er das Handicap zu tragen, dass ihm mit Sven Mongomery ein wichtiger Helfer in den Bergen ausfällt. Der Schweizer zählt wie auch Rene Haselbacher zum großen Kreis der Sturzopfer, die die Tour bereits in den Flachetappen gefordert hat. Totschnig hofft aber, dass ihm andere Teamkollegen wie Wegmann und Scholz in den Bergen die nötige Unterstützung bieten können. (APA)

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    Georg Totschnig ist froh, dass die sturzgeschwängerten Flachetappen hinter ihm liegen.

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