Gute Leistungsbilanz im 1. Quartal

19. Juli 2004, 13:23
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Positiv-Saldo auf Transaktionsbasis von 1,2 auf 1,4 Mrd. Euro gestiegen - Starkes Auslandsinteresse für österreichische Wertpapiere

Wien - Österreichs Leistungsbilanz auf Transaktionsbasis hat im ersten Quartal 2004 mit 1,4 (Vorjahr 1,2) Mrd. Euro einen etwas höheren Überschuss verbucht. "Das etwas geringere Aktivum in der Güter- und Dienstleistungsbilanz wurde durch leicht rückläufige Defizite in der Einkommensbilanz sowie in der Bilanz der laufenden Transfers überkompensiert", wie es dazu in einer Pressemitteilung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Montag hieß.

Die Güterbilanz, die im ersten Quartal 2003 noch 0,1 Mrd. Euro Defizit aufgewiesen hatte, zeigte in den ersten drei Monaten 2004 einen Überschuss von 0,6 Mrd. Euro. Dieses Ergebnis ist laut OeNB auf ein Exportplus von 4,1 Prozent (bei stagnierenden Importen) zurückzuführen. Die Reiseverkehrsbilanz wies als wichtigste Komponente der Dienstleistungen mit 2,3 (nach 2,4) Mrd. Euro einen etwas geringeren positiven Saldo aus.

Unverändertes Einkommensbilanz-Defizit

Das Defizit in der Einkommensbilanz betrug im ersten Quartal 2004 nahezu unverändert 0,6 Mrd. Euro. Nettoeinkommen aus Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen wiesen Abflüsse von 0,2 Mrd. Euro beziehungsweise 0,7 Mrd. Euro auf, während Einkommen aus Sonstigem (insbesondere Kredite und Einlagen) einen Überschuss von 0,2 Mrd. Euro ergaben. Etwas geringer als im Vergleichszeitraum zeigte sich das Defizit in der Bilanz der laufenden Transfers, die im Erstquartal mit 0,3 Mrd. Euro schloss.

Die Bilanz der Vermögensübertragungen wies einen nahezu ausgeglichenen Saldo auf. Die Kapitalbilanz war im ersten Quartal 2004 durch Kapitalimporte aus Portfolioinvestitionen sowie durch Kapitalexporte aus Sonstigen Investitionen gekennzeichnet.

Merkbar geringer als im Vorjahr fielen die Veranlagungen österreichischer Direktinvestoren im Ausland mit 1,2 (nach 1,6) Mrd. Euro aus. Das Volumen ausländischer Direktinvestitionen in Österreich in Höhe von 1,2 Mrd. Euro entsprach annähernd dem Niveau der Vergleichsperiode.

Steigendes Interesse an ausländischen Wertpapieren

Lebhaft entwickelten sich grenzüberschreitende Portfolioinvestitionen im ersten Quartal 2004: Inländische Anleger kauften ausländische Wertpapiere für 9,0 Mrd. Euro. Das dabei steigende Interesse an Anteilsscheinen zu Lasten langfristiger Rentenwerte spiegelt der OeNB zufolge das im Vergleich zum ersten Quartal 2003 günstigere Umfeld auf den Aktienmärkten wider: Anteilsscheine, die mit 0,9 Mrd. Euro das dreifache Volumen der Vergleichsperiode erreichten, sowie Geldmarktpapiere wiesen deutliche Steigerungen auf. Die Nachfrage für langfristige Rentenwerte ließ mit 5,7 Mrd. Euro hingegen leichte Rückgänge erkennen.

Auch ausländische Anleger investierten mit 11,6 Mrd. Euro deutlich mehr in inländische Wertpapiere als im Vergleichsquartal mit damals 8,0 Mrd. Euro. Langfristige festverzinsliche Wertpapiere wurden im Ausmaß von 9,8 (nach 4,7) Mrd. Euro abgesetzt. Deutlich angestiegen ist auch der Verkauf von Anteilspapieren in Höhe von 1,4 Mrd. Euro (gegenüber 0,3 Mrd. Euro im ersten Quartal 2003), während das Interesse an inländischen Geldmarktpapieren geringer ausfiel. (APA)

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