Digitalisierung der Rundfunkübertragung bis 2010 nicht erreichbar

7. Februar 2005, 18:53
4 Postings

Maximal 45 Prozent der deutschen Haushalte werden Fernsehen primär digital empfangen

Bis 2010 werden nur maximal 45 Prozent der deutschen Haushalte Fernsehen primär digital empfangen können. Der Prozess der vollständigen Digitalisierung der Rundfunkübertragung wird somit wesentlich länger dauern, als von der Bundesregierung geplant. Ausgerechnet der von den deutschen TV-Konsumenten am meisten genutzte Empfangsweg – das TV-Kabel – erweist sich als Digitalisierungsbremse.

Zu diesem Ergebnis kommt die Goldmedia-Studie "Media Transmission Infrastructures", die den derzeit aktuellsten Überblick über die Marktpotenziale der Übertragungswege Kabel, Satellit und Terrestrik in Deutschland liefert.

Kabel bremst den Digitalisierungsprozess

Während die Empfangswege Satellit und Terrestrik bis zum Jahre 2010 deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung erzielen werden, fehlen beim TV-Kabel vor allem attraktive Inhalte und Dienste. Goldmedia prognostiziert, dass bis 2010 ca. 17 Millionen TV-Haushalte ihre Fernsehprogramme digital empfangen. Davon werden lediglich 4 Millionen Kabelhaushalte sein. Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer erläutert die Gründe: "Das analoge Programmangebot im Kabel erscheint wegen seiner großen Vielfalt in Qualität und Umfang den meisten Konsumenten als völlig ausreichend. Die Nutzer sehen keinen zwingenden Grund, sich einen Digitalreceiver anzuschaffen. So sind heute noch nicht einmal alle analogen Free-TV Programme im Kabel digital zu empfangen."

Die Einführung von DVB-T wird nach Goldmedia-Einschätzung bis zum Jahre 2010 abgeschlossen sein. Analoges Fernsehen über Antenne wird es dann – wenn überhaupt – nur noch rudimentär geben. Durch den Digitalumstieg verliert die terrestrische Empfangsebene allerdings einen Großteil der primären Nutzer. Viele werden zu den Kabelanbietern wechseln.

Digitalisierung der Satellitenhaushalte auf gutem Weg

Wer seine Fernsehprogramme über Satellit empfängt, wird sie bis 2009 überwiegend auf digitalem Wege erhalten. Diese positive Prognose gründet vor allem auf den kostengünstigen Decodern und der Vielfalt digital empfangbarer TV-Programme. In 2003 übertraf der Absatz digitaler Satellitenreceiver erstmals den der analogen Receiver. Zudem werden per Satellit bereits heute schon alle Free-TV-Programme digital ausgestrahlt. Bis 2010 prognostiziert die Studie rund 12 Millionen Satellitenhaushalte mit einem Digitalreceiver für den Primärempfang. (red)

Share if you care.