Reisebüro-Pleite: 600 Urlauber betroffen

20. Juli 2004, 13:05
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Wiener Türkei- und Portugal-Spezialisten Unirop und Bonvia in Konkurs - Lauda Air holt Madeira-Reisende zurück

Wien - Mitten in der Urlaubszeit wird die heimische Reisebürobranche von einer Großpleite erschüttert. Die beiden auf Türkei und Portugal spezialisierten Wiener Reisebüros Bonvia und Unirop haben am vergangenen Freitag beim Handelsgericht Wien Konkurs angemeldet. Nach Auskunft der Elvia Reiseversicherung sind rund 600 Urlauber betroffen. Der Versicherer übernimmt die Rückholung der Reisenden und refundiert die geleisteten Anzahlungen, hieß es gegenüber der APA.

Der Reiseveranstalter Unirop selbst teilt am Montag Vormittag auf APA-Anfrage mit, dass die Geschäftstätigkeit am vergangenen Freitag eingestellt wurde und das Unternehmen zahlungsunfähig sei. Man hätte alles der Reiseversicherung Elvia übergeben.

Schadenshöhe steht noch nicht fest

Wie Elvia weiters mitteilt, werden Urlaubsreisen, die noch nicht angetreten wurden, nicht mehr durchgeführt. Urlauber, die sich zur Zeit in der Türkei befinden (335 in Antalya und 59 in Bodrum), können ihren Urlaub wie gebucht zu Ende führen. Entsprechende Arrangements wurden mit der Lauda Air und der Agentur Varuna Turizm getroffen. Urlauber, die sich zur Zeit in Portugal befinden, werden von der Lauda Air nach Hause geflogen. Heute nachmittag holt Lauda Air 146 Urlauber aus Madeira, am 14. Juli werden 27 Touristen aus Faro zurückgebracht. Die endgültige Schadenshöhe stehe aber noch nicht fest, so eine Elvia-Sprecherin, da man noch nicht weiß, wie viel an Anzahlungen geleistet wurde.

Alle Kunden müssen aber ihre Ansprüche innerhalb von 8 Wochen bei der Reiseversicherung Elvia geltend machen.

Verkehrsbüro übernimmt mit "Abtretungsvereinbarung"

Hilfestellung angeboten hat auch das Österreichische Verkehrsbüro. Die 64 betroffenen Verkehrsbürokunden können ohne Zusatzkosten umbuchen. Wenn die sitzengebliebenen Urlauber oder Personen, die bereits eine Anzahlung geleistet haben, eine Abtretungsvereinbarung unterzeichnen, übernimmt das Verkehrsbüro die Reise, so Verkehrsbüro-Sprecher Andreas Zenker zur APA.

Der Veranstalter Unirop dürfte schon länger mit Problemen gekämpft haben. Seit 1999 hat es bereits mehrere Konkursanträge von Gläubigern gegeben, die aber immer wieder mangels Konkursvoraussetzung vom Gericht abgewiesen wurden. (APA)

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