Österreichischer Automarkt feiert "stärksten Juni aller Zeiten"

20. Juli 2004, 13:49
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Zulassungen stiegen um knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr - Fahrzeughandel sieht für 2004 Plus von drei bis fünf Prozent

Wien - Ein Boom hat den österreichischen Automarkt im Juni erfasst: Mit 31.636 Neuanmeldungen sind um 15,8 Prozent mehr Pkw zugelassen worden als im Vorjahr. Die Statistik Austria spricht vom stärksten Juni seit allen Zeiten. Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Summe 169.913 neue Autos verkauft, um 4,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet der Chef des Bundesgremiums des Fahrzeughandels, Heinz Havelka, mit einem Plus von drei bis fünf Prozent gegenüber 2003 mit etwas mehr als 300.100 Pkw-Neuzulassungen.

"Nachholbedarf"

"Wir haben noch immer Nachholbedarf", sagte Havelka im APA-Gespräch zu den neuesten Zahlen. Im vergangenen Jahr habe es zwar eine Steigerung gegeben, davor aber zwei Jahre mit Rückgängen. Den Bestand von Fahrzeugen, die "in die Jahre kommen" und durch einen Neuwagen ersetzt werden könnten, schätzt Havelka auf 260.000 bis 270.000: "Da haben wir ein bestimmtes Wachstumspotenzial."

Für Porsche Austria, Österreichs größtes Autohaus (VW, Audi, Skoda, Seat), erklärt sich der fast 16-prozentige branchenweite Verkaufszuwachs im vergangenen Monat nicht aus einem plötzlich gestiegenen Marktpotenzial, sondern aus dem Abbau von Auslieferungsrückständen. Dass der Juni der heimischen Autobranche Rekordverkäufe bescherte, ist für Havelka ein besonderes Indiz, dass es mit dem bisher zaghaft laufenden Privatkonsum wieder aufwärts geht: "Das ist ein unheimlicher Faktor, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist."

Fiat, VW und Mazda am stärksten

Am stärksten konnten im Halbjahr Pkw-Marken wie Fiat (plus 15,1 Prozent), VW (plus 10,6 Prozent), Mazda (plus 10,2 Prozent), Opel (plus 7,1 Prozent) und Ford (plus 6,9 Prozent) ihre Marktanteile erhöhen. Mit Einbußen konfrontiert waren dagegen Skoda (minus 10,7 Prozent), Audi (minus 10,5 Prozent), Peugeot (minus 6,5 Prozent) und Toyota (minus 2,8 Prozent).

Wie Porsche Austria zur Pkw-Neuzulassungsstatistik für das Halbjahr anmerkte, kämen 37 Prozent aller in Österreich neu gekauften Fahrzeuge aus dem Kompaktwagensegment, das durch eine Vielzahl neuer Modelle deutlich gestiegen sei. Auch Kleinwagen (mit einem Anteil von 26 Prozent) erfreuten sich weiterhin wachsender Beliebtheit, was den allgemeinen Trend nach kompakten Fahrzeugen verstärke. Deutlich schwächer sei hingegen die Nachfrage nach Mittelklasse-Fahrzeugen, wofür sich im ersten Halbjahr laut Porsche Austria nur noch jeder sechste Autokäufer erwärmen konnte.

Starke Zuwächse für VW Golf

Bei den Top 10 Pkw-Typen verbuchte der neue VW Golf, marktführender Pkw in Österreich, ein Neuzulassungsplus von 45 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2003. Zuwächse gab es auch beim Ford Focus (plus 28,5 Prozent), beim Renault Megane (plus 6,9 Prozent) und beim Peugeot 307 (plus 2,3 Prozent), während Audi A4 (minus 18,7 Prozent), VW Polo (minus 18,4 Prozent), Skoda Fabia (minus 11,9 Prozent) und Peugeot 206 (minus 8,9 Prozent) zum Teil hohe Verkaufsrückgänge hinnehmen mussten.

Der gesamte Fahrzeugmarkt (inklusive Motorräder, Lkw und andere Fahrzeuge) wuchs im ersten Halbjahr 2004 um 5,3 Prozent auf 220.542 Neuzulassungen, teilte die Statistik Austria am Montag mit. Dabei betrug das Plus allein im Juni 14,3 Prozent (41.852 Neuanmeldungen). Von den fast 170.000 verkauften neuen Pkw sind von Jänner bis Ende Juni 69,8 Prozent auf Dieselfahrzeuge entfallen, um zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Motorrädern wurden in den ersten sechs Monaten insgesamt 8.744 Neuzulassungen registriert, ein Plus von 2,5 Prozent. (APA)

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