Thailändischer Ministerpräsident überhörte Rede auf dem Weg zum Buffet

21. Juli 2004, 12:19
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AktivistInnen fühlen sich in den Hintergrund gedrängt - Verhalten der Regierung beleidige 40 Millionen Betroffene

Bangkoka - Die internationale Aidskonferenz in Bangkok hat mit einer protokollarischen Panne begonnen. Der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra verließ am späten Sonntagabend bei der Eröffnungskonferenz den Saal, ohne die Rede des mit HIV infizierten thailändischen Delegierten Paisan Swannawong anzuhören. Da auch andere ranghohe Delegierte aus Protokollgründen Thaksin folgten, sprach Paisan vor einem fast leeren Plenum.

Aids-Aktivisten kritisierten am Montag, die thailändische Regierung habe HIV-Infizierte bei der Veranstaltung in den Hintergrund gedrängt. Das Verhalten beleidige 40 Millionen Menschen, die mit HIV leben müssten, erklärte Stuart Flavell vom Global Network of People Living With AIDS.

Der thailändische Ministerpräsident zündete vor dem Verlassen des Saals zur symbolischen Eröffnung der Konferenz eine riesige Kerze an. UN-Generalsekretär Kofi Annan und andere Konferenzteilnehmer folgten ihm daraufhin nach draußen zum Buffet. Thaksin habe nicht gewusst, dass Paisan noch sprechen werde, sagte Vallop Thaineua, einer der Vorsitzenden der Konferenz. Darüber hinaus habe er andere Termine wahrnehmen müssen. "Das ist unglücklich gelaufen. Er wollte Paisan nicht übergehen."(APA/AP)

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    Thaksin Shinawatra unterlief ein Lapsus

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