Bekämpfung von Aids führt nicht an Frauen vorbei

14. Juli 2004, 12:51
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UNO-Generalsekretär Annan betont bei der Welt-Aidskonferenz die herausragende Rolle von Frauen: Mehr Bildung nötig

Bangkok - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat zum Auftakt der 15. Welt-Aids-Konferenz die zentrale Rolle der Frau im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit betont.

"In den vergangenen Jahren hat sich eine furchtbare Entwicklung herauskristallisiert", sagte Annan am Sonntag in Bagkok. "In der ganzen Welt tragen zunehmend die Frauen die Hauptlast der Seuche." Annan forderte bessere Bildungschancen für Mädchen und eine grundlegende Änderung von gewissen Ansichten bei Männern. Allgemein forderte er energischere Schritte, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Zugang zu Medikamenten

Asien ist die Region, in der sich Aids zurzeit am schnellsten verbreitet. Zu der einwöchigen Konferenz wurden rund 17.000 Delegierte aus 160 Ländern erwartet. Ein Thema ist es unter anderem, Wege aufzuzeigen, wie allen Aids-Kranken Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten ermöglicht werden kann. Etwa 38 Millionen Menschen sind an Aids erkrankt, täglich werden 14.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Etwa 20 Millionen Menschen sind an Aids gestorben.

Mehr Selbstvertrauen für Mädchen

"Was wir brauchen ist eine echte, positive Veränderung, die Frauen und Mädchen mehr Einfluss und Selbstvertrauen gibt", sagte Annan. "Anders formuliert, wir brauchen Bildung für Mädchen." Auch die Männer müssten ihre Einstellungen ändern, etwa was die Behandlung der eigenen Ehefrau betrifft oder dass es zum Erwachsenwerden gehöre, mit 13 Jahren den ersten Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten zu haben. (APA/Reuters)

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