Der chinesisch-europäische Doppelstern

19. Juli 2004, 19:35
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Satellit TC-2 folgt seinem Vorgänger Ende Juli ins All - Duo erforscht Einfluss von Sonnenstürmen auf das Erdmagnetfeld

Graz - Der Einfluss von Sonnenstürmen auf das Erdmagnetfeld erforscht die chinesisch-europäische Satelliten-Mission "Double Star". Nachdem der erste Satellit (TC-1) im Dezember vergangenen Jahres auf seine Umlaufbahn gebracht wurde, gibt es nun auch grünes Licht für den "Bruder" TC-2. Der Start ist für den 26. Juli von der chinesisches Startrampe in Taiyuan (Provinz Shanxi) geplant. Eines der acht Instrumente an Bord zur Messung des Erdmagnetfeldes wurde unter Federführung des Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) entwickelt.

Seit 1999 nehmen vier Satelliten der Cluster-Mission der ESA die Magnetosphäre der Erde unter die Lupe. "Double Star" ist als Ergänzung dieser Mission gedacht. Dabei umrunden zwei weitere Satelliten in zu einander senkrecht stehenden Umlaufbahnen den Planeten, erklärt Wolfgang Baumjohann, Direktor des Institutes für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Zweck der Mission

Die Aufgabe dieser vom Chinese National Space Administration (CNSA) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA getragenen Satellitenmission unter österreichischer Beteiligung ist die Erforschung der durch die Sonnenaktivitäten hervorgerufenen Veränderungen des Erdmagnetfeldes und damit auch der Entwicklung von Stürmen im Weltraum. So will man nicht zuletzt die Sicherheit von Raumflügen verbessern.

Im Gegensatz zu den relativ hoch fliegenden Cluster-Satelliten wird das Double Star-Duo der Chinese National Space Administration (CNSA) auf seiner elliptischen Umlaufbahnen der Erde bis 700 Kilometer nahe kommen. Während TC-1 auf einer relativ äquatorialen Umlaufbahn seine Bahnen zieht, wird TC-2 auf einem polaren Orbit um die Erde kreisen.

Maßgebliche österreichische Beteiligung

TC-2 soll am 26. Juli (9.31 Uhr MESZ) TC-2 mit einer chinesischen Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch" in den erdnahen Weltraum gebracht werden. "Es ist dem Einsatz und der großartigen Leistung aller Beteiligten zu verdanken, dass TC-2 rechtzeitig startklar geworden ist, nur sechs Monate nach dem Start des ersten Double Star-Satelliten", so der IWF-Direktor.

Sein Institut hat die Federführung bei einem der acht Instrumente an Bord von TC-2: Das so genannte Flux-Gate Magnetometer zur Messung des Erdmagnetfeldes. Darüber hinaus ist das IWF Co-Investigator bei dem Elektronenspektrometer PEACE (Plasma Electron and Current Experiment) und betreibt das Austrian Double Star Data Centre (ADDC) sowie das European Data Disposition System (EDDS). Der Schwerpunkt der physikalischen Interpretation der Daten wird auf der Untersuchung der Dynamik des Magnetschweifes der Erde liegen.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Verstärktes Nordlicht als sichtbare Auswirkung eines Sonnensturms

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