Das Comeback der orangen Banane

19. Juli 2004, 14:47
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Zuletzt kaum noch genutztes Traditions­nahrungsmittel in Mikronesien untersucht: "Karat" ungewöhnlich reich an Beta-Karotin

Pohnpei - Eine Bananensorte in Mikronesien, die wie eine dicke Karotte aussieht, ist so reich an Vorläufer-Stoffen von Vitamin A, dass die Forscher hoffen, dass sie Kinder vor Blindheit schützt. Aufgrund ihres leuchtend orangen Fleisches als "Karat" tituliert, ist die ungewöhnliche Banane über Jahrhunderte benutzt worden, um Säuglinge abzustillen und auf normale Nahrung umzustellen. Heute wird sie jedoch kaum mehr gegessen, weil importierte Nahrungsmittel viel populärer geworden sind. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Das sollte sich nun ändern. Eine Untersuchung, die vom Landwirtschaftsministerium von Pohnpei, einer mikronesischen Insel, gesponsert worden ist, hat herausgefunden, dass "Karat" ungewöhnlich reich an Beta-Karotin ist, das der Körper zu Vitamin A konvertiert. Die Experten hoffen, dass Kindern die Frucht regelmäßig gegeben wird, um die Entwicklung verschiedener Formen von Erblindung zu vermeiden. Lois Englberger und Adelino Lorens untersuchten 21 Sorten von Bananen, die alle wegen der tiefen Färbung ihres gelben, orangen oder roten Fleischs ausgewählt wurden, was auf ein hohes Carotinoid-Niveau hinweist.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 15 dieser Sorten genug Carotinoide enthielten, um im Rahmen einer entsprechenden Ernährung - den täglichen Bedarf an Vitamin A zur Hälfte zu decken. "Karat" war die vielversprechendste Sorte, sie hatte 25 mal so viel Beta-Karotin wie die traditionelle Cavendish-Banane. Durch das Kochen von "Karat" werden dem Körper besonders viele Carotinoide zugeführt, die Frucht kann aber auch roh gegessen werden. (pte)

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