Forum XXIII: "Neuer Tiefpunkt erreicht"

14. Juli 2004, 09:20
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Kritik am Schweigen Roms zur "erwiesenen Unfähigkeit der Kirchenleitung"

St. Pölten - Für das Forum XXIII "zur Orientierung in Kirche und Gesellschaft" ist mit der mutmaßlichen Porno-Affäre im Priesterseminar St. Pölten "ein neuer Tiefpunkt erreicht". Präsident Karl Dillinger wies am Montag darauf hin, dass die Organisation "immer wieder Missstände aufgedeckt und vor folgenschweren Entwicklungen in der Diözese gewarnt" habe. Da Domkapitel und Professorenkollegium bisher geschwiegen hätten, werde erwartet, "dass die Maßnahmen, die der (heutige, Anm.) Krisengipfel zur Behebung der chaotischen Zustände in der Diözese beschließt, bekannt gegeben werden".

Der Forum XXIII-Präsident weiter: "Das lange Schweigen Roms zu Lügen, Heuchelei und Skandalen, vor allem auch zur erwiesenen Unfähigkeit der Kirchenleitung und den daraus resultierenden zahlreichen Konflikten, haben das Kirchenvolk auf eine harte Probe gestellt. Das Forum XXIII begrüßt, dass die Bischofskonferenz bei Bischof (Kurt, Anm.) Krenn und beim Vatikan Handlungsbedarf ortet."

Das von Katholiken der Diözese St. Pölten gegründete Forum XXIII will sich "als freie und unabhängige Einrichtung im Geiste Johannes XXIII. und des II. Vatikanischen Konzils mit grundsätzlichen und aktuellen Fragen des kirchlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens auseinander setzen und die Zeichen der Zeit im Sinne des Evangeliums deuten". Die Organisation übte am Montag auch Kritik daran, dass dem Generalvikar, Weihbischof Heinrich Fasching, "dem einzigen Ansprechpartner für Priester und Laien", Informationen systematisch vorenthalten würden. Fasching werde damit "bewusst isoliert".(APA)

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