ÖTV bewirbt sich für Final Four

12. Juli 2004, 18:49
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Damen nun gegen Russland, Frankreich oder Spanien

Wien/Innsbruck - Bis in die frühen Morgenstunden feierten die ÖTV-Fed-Cup-Damen am Sonntag im Innsbrucker Hofgarten den tollen 4:1-Erfolg über den 17-fachen Rekordsieger USA. Auch wenn die Gäste ohne ihre absoluten Topstars ins Bergisel-Stadion gekommen waren, es bedurfte trotzdem ausgezeichneter Leistungen von Barbara Schett und Barbara Schwartz, damit das kleine Österreich den großen USA zum zweiten Mal in Folge ein Bein stellen konnte. Immerhin sind Chanda Rubin und Lisa Raymond zwei Top-30-Spielerinnen, und Schett derzeit die einzige Top-100-Spielerin.

Im Final Four am 24. oder 25. November wird sich die Truppe von Kapitän Alfred Tesar mit wohl noch stärkeren Einzelspielern messen müssen: Mögliche Gegner im Halbfinale sind Russland, Frankreich und Spanien. Sowohl auf den Schauplatz als auch auf den Kontrahenten müssen Schett und Co. noch warten, denn beides steht noch nicht fest. In einer Sitzung des Internationalen Tennisverbandes am 5. August soll über den Austragungsort entschieden werden, erst in der Folge werden die zwei besten Nationen gesetzt und den anderen beiden Teams zugelost. Österreich wird sicher nicht gesetzt, davon kann man auf Grund des Rankings wohl ausgehen.

Umso mehr zählt daher für ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter der Austragungsort. Tennis Austria will das Final Four nach Österreich holen. Davon hält ihn auch nicht ab, dass in Innsbruck trotz des tollen Schauplatzes ein enttäuschendes Zuschauerinteresse vorhanden war. "Ich veranstalte lieber ein Final Four vor wenig Leuten, die aber wirklich interessiert sind, und mitgehen und gebe unseren Mädels die Chance, dass sie das Heimrecht haben, den Belag wählen können und daheim sogar vermeintlich stärkere Nationen schlagen können", sagte der Vorarlberger.

Frankreich als größter Konkurrent

Nachdem von den anderen Halbfinalisten Spanien (2002) und Russland (2003) gerade erst als Final-Four-Veranstalter am Zug waren, könnte es zum "Duell" mit Frankreich kommen. Der französische Verband ist freilich wesentlich finanzkräftiger als der ÖTV. "Die ITF wird rund 600.000 Euro für die Veranstaltung haben wollen. Die Chancen, das Event nach Österreich zu kriegen, sind nur dann intakt, wenn eine Stadt sagt, wir wollen das unbedingt haben." Jedenfalls müssen die Bewerber innerhalb der nächsten zwei Wochen ihr Angebot unterbreiten.

Den neuerlichen Austragungsort Innsbruck wollte Reiter nicht von vorneherein ausschließen. Trotzdem werde man sich schon überlegen müssen, wo man solche Veranstaltungen macht. "Vielleicht hat West-Österreich zu kleine Einzugsgebiete." In Frage kämen für Reiter freilich auch Wien, Graz oder Linz.

"Es war unmenschlich"

Während man sich beim Verband schon intensiv Gedanken über die Zukunft machte, genossen die Spielerinnen noch ihren Triumph. "Es war unmenschlich. Es ist unglaublich, vor eigenem Publikum so einen Sieg zu schaffen und den entscheidenden Punkt zu holen. Ich war echt sprachlos", meinte Babsi Schwartz. Auch wenn sie mit ihrem knappen 10:8-Erfolg im dritten Satz über Lisa Raymond wieder einmal einen Tennis-Krimi im Fed Cup gewonnen hatte, wollte sie den Lorbeer nicht für sich allein einheimsen. "Miss Fed Cup ist diesmal auf jeden Fall die Babsi, nach ihrem Sieg waren die Amerikanerinnen unter Druck."

Noch ehe die ÖTV-Damen in ihrem dritten Weltgruppen-Halbfinale nach 1990 und 2002 um den erstmaligen Finaleinzug kämpfen, steht von 24. bis 26. September in Pörtschach das nächste Highlight auf dem Programm: Die ÖTV-Herren spielen - erstmals unter Neo-Kapitän Thomas Muster - gegen England um den Verbleib in der Weltgruppe. In der ersten Runde hatten Melzer, Koubek und Co. ja gegen die USA verloren, die ÖTV-Damen haben quasi eine Art Revanche geschafft. "Ich glaube, dass unsere Serie jetzt auch gegen England weiter geht", prophezeite Reiter einen Heimsieg gegen Henman und Co. in Kärnten.(APA)

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