Kriminalität in Österreich hat stark zugenommen

13. Juli 2004, 19:36
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SPÖ wirft Strasser vor: Zahl der nicht aufgeklärten Delikte ist explodiert - nur in Wien ist Aufklärungsquote nahezu gleich gebleiben

Wien - Im ersten Halbjahr 2004 wurden österreichweit 319.253 Straftaten angezeigt, das ist ein Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (293.635 Delikte). Dabei handelt es sich vor allem um "importierte Ost-Kriminalität", berichtete das Innenministerium am Samstag. Die Aufklärungsquote ist gegenüber 2003 nahezu gleich geblieben.

Besonders wichtig sei, dass in Wien die Quote um 2,35 Prozent gesteigert werden konnte, hieß es in einer Aussendung. Für Innenminister Ernst Strasser (VP) ist das ein Beweis dafür, dass die Polizeireform in Wien "erfolgreich und richtig" ist. Der Weg der Neustrukturierung der Exekutive müsse daher konsequent weiterverfolgt werden.

Strafbare Handlungen

In Wien sind im ersten Halbjahr die strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben um 4,8, gegen die Freiheit um 8,2, gegen fremdes Vermögen um 7,9 und gegen die Sittlichkeit um 25 Prozent gestiegen. Bei den strafbaren Handlungen gegen den Geldverkehr wird ein Plus von 221,9 Prozent gemeldet (im ersten Halbjahr 2003 waren es 900 Fälle, 2004 bereits 2897). Insgesamt ist die Kriminalitätsrate um 9,0 Prozent gestiegen. 33.123 Delikte konnten in der Bundeshauptstadt geklärt werden, das sind um 19,6 Prozent mehr als von Jänner bis Juni 2003 (27.703).

Die "importierte Ost-Kriminalität" will Strasser durch ein "Drei-Ebenen-Modell" bekämpfen: verstärkte internationale Zusammenarbeit, stärkere Kontrollen an den Grenzen und im Hinterland sowie Schwerpunktaktionen in Österreich.

"Schönreden"

Für den SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni ist es hingegen "skandalös", wie Innenminister Strasser "die dramatische Steigerung bei Straftaten schönredet". Parnigoni wirft Strasser eine "bewusste Täuschung der Bevölkerung vor", da dieser "unerwähnt lässt, dass die Zahl der nicht aufgeklärten Delikte geradezu explodiert ist". Von einer Verbesserung der Situation zu sprechen, sei angesichts dieser Faktenlage "reichlich unverfroren", so Parnigoni. (APA, red)

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