Bereits 102 Sturzopfer nach erster Woche

23. Juli 2004, 14:17
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Ex-Profi Heppner: "Druck von Sponsoren und Teamleitung immer größer - Haselbacher darf wohl erst am Dienstag nach Hause - Casagrande und Hvastija wegen Dopingverdacht ausgeschlossen

Angers/Limoges - Zwei Gesetzmäßigkeiten bestimmen die 91. Tour de France: Schlechtes Wetter und Stürze. 102 der vor acht Tagen in Lüttich gestarteten 189 Fahrer waren nach acht Etappen Sturz-Opfer. Am schlimmsten erwischt hat es in den vergangenen drei Tagen den Österreicher Rene Haselbacher, den Schweizer Sven Montgomery und den Franzosen Samuel Dumoulin. Haselbacher darf vermutlich erst am Dienstag nach Hause.

"Der Druck von Sponsoren und Teamleitung wird immer größer, weil das Geld eine immer größere Rolle spielt. Die Tour ist die größte internationale Bühne des Radsports und nur dort bietet sich für viele die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Manche tun das ohne Rücksicht auf Verluste", nannte Fernseh-Kommentator Jens Heppner als Insider und ehemaliger Tour-Etappensieger einige Gründe für das erhöhte Risiko.

Unglückliche Streckenplanungen, die Vorliebe der Franzosen für Kreisverkehre, glatte Straßen durch Dauerregen - oder wie am Sonntag ein über die Straße laufender Hund - können weitere Gründe sein.

Anders im Fall Haselbacher, den ein gebrochener Lenker zu Sturz brachte. Er brach sich drei Rippen und das Nasenbein und erlitt Quetschungen von Niere und Leber. Vermutlich wird er länger als geplant im Spital in Angers bleiben müssen. "Am Sonntag sind die Schmerzen stärker geworden, wahrscheinlich kann er erst am Dienstag nach Hause transportiert werden", sagte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.

Duo wegen Dopingverdacht rausgeschmissen

Am Montag wurden der Italiener Stefano Casagranda (Saeco) und der Slowene Martin Hvastija (Alessio) von der Tour ausgeschlossen worden. Direktor Jean-Marie Leblanc wurde informiert, dass gegen das Duo in Italien Dopingermittlungen laufen. Leblanc forderte darauf die beiden Profis auf, den Tross umgehend zu verlassen. Casagranda ist bei Saeco Teamkollege des Österreichers Gerrit Glomser.

Der Brite David Millar, der Franzose Cedric Vasseur und der Italiener Danilo Di Luca waren aus demselben Grund nicht zur Tour zugelassen worden. (APA/dpa)

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    Der Deutsche Bert Grabsch (Phonak) zeigt die Folgen eines Sturzes auf der sechsten Etappe.

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