Alitalia-Rettung steht auf dem Spiel

18. Juli 2004, 18:10
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EU-Kommission entscheidet am Dienstag, ob es sich beim 400-Millionen-Euro-Kredit um "Staatshilfe" handelt

Rotterdam/Mailand - Dienstag ist Stichtag für Alitalia. Da wird Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi mit EU-Kommissarin Loyola de Palacio über die geplante Finanzspritze für die marode Fluglinie diskutieren. Der italienische Staat, Mehrheitseigner der maroden Fluggesellschaft, bürgt für den 400-Millionen-Euro-Kredit. Nun soll Brüssel entscheiden, ob es sich dabei um "Staatshilfe" handle.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass Alitalia ohne den Überbrückungskredit überleben kann. Die defizitäre Fluggesellschaft hat heuer bereits 350 Mio. Euro verheizt. Mailänder Banker bezweifeln indes, dass Alitalia imstande sein wird, den Kredit binnen eines Jahres zurückzuzahlen.

Kritik an Geschäftsplan

Der Präsident der Turiner Großbank San Paolo-Imi, Enrico Salza, kritisiert indes den vom neuen Alitalia-Management ausgearbeiteten Geschäftsplan. Dieser reiche weder für die Sanierung noch als Grundlage für die Kreditvergabe aus, meinte Salza. Er besteht auf einer Revision des Planes, der die Ausweitung der erst vor kurzem zusammengestrichenen Fernstreckenflüge vorsieht. Anderer Ansicht ist der Chef der Banca Intesa: Corrado Passera bestätigte dem STANDARD, sich an der Finanzierung zu beteiligen - falls "der Staat dafür bürgt". Die Zeit drängt. Ohne Geld droht im September die Zahlungsunfähigkeit. (tkb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.7.2004)

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