Nationalbank verkauft ihre Hotels

18. Juli 2004, 18:14
5 Postings

Miramonte und Hotel Post sollen OeNB sechs Millionen Euro bringen

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat beschlossen, ihre beiden Hotels zu verkaufen. Demnächst werden das Miramonte in Badgastein und das Hotel Post in Weißenbach am Attersee zum Verkauf ausgeschrieben. Dort durften OeNB-Mitarbeiter in den vergangenen Jahrzehnten preisgünstig urlauben; zuletzt betrug der Tarif 35 Euro, pro Person, Vollpension. Die Nachfrage hat allerdings im Lauf der Jahre ziemlich gelitten. Nicht einmal der Rekordsommer 2003 konnte die Notenbankhotellerie rausreißen, das Geschäftsjahr brachte einen geringfügigen Verlust.

"Charme der Sechzigerjahre"

Der Mindesterlös, den die beiden Etablissements bringen sollen: 4,5 Mio. Euro das Haus am See, 1,5 Mio. Euro jenes im Gasteinertal. Viel mehr dürften die Hotels der Stilrichtung "Früher Resopal" mit jeweils rund 50 Zimmern auch nicht einspielen; ihre Adressen versprechen mehr, als ihre Lage einlöst. Das auf Stelzen ruhende Miramonte ist winters schwer erreichbar, liegt in Schräglage auf der Schattenseite des Graukogel. Das Post am Attersee verfügt zwar über eine Uferlage, leider ist eine Straße dazwischen.

Das Geld, das nun dringend notwendig wäre, um die "beiden Häuser, die zwar in solidem baulichen Zustand sind, aber den Charme der Sechzigerjahre versprühen", wie ein Banker anmerkt, aufzupeppen, will die OeNB nicht mehr selbst in die Hand nehmen. Ist sie vom Finanzminister doch gebetsmühlenartig aufgefordert, alles zu verkaufen, was nicht unmittelbar zum Kerngeschäft gehört.

Noch offen ist, welche "Goodies" den OeNB-Mitarbeitern statt der billigen Urlaubsmöglichkeit angeboten werden. Darüber wird mit dem Betriebsrat verhandelt. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.7.2004)

Share if you care.