Bischöfe sehen "dringenden kirchlichen Handlungsbedarf"

14. Juli 2004, 09:20
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Österreichische Bischofskonferenz: "Alles, was mit praktizierter Homosexualität oder Pornografie zu tun hat, hat in Priesterseminar keinen Platz"

Wien - Der Porno-Skandal rund um das St. Pöltener Priesterseminar hat Samstag Nachmittag zu einer ersten Reaktion der Bischofskonferenz geführt. Deren Pressestelle ließ über "Kathpress" ausrichten: "Im Hinblick auf die Berichte über das St. Pöltner Priesterseminar herrscht dringender kirchlicher Handlungsbedarf." Außer Frage stehe, dass "alles, was mit praktizierter Homosexualität oder Pornografie zu tun hat, in einem Priesterseminar keinen Platz haben kann".

St. Pöltener Priesterseminar habe sich vor zwei Jahren deutlich vom Kurs der anderen abgekoppelt

Das St. Pöltener Priesterseminar habe sich vor zwei Jahren deutlich vom Kurs der anderen österreichischen Priesterseminare abgekoppelt, heißt es in der Stellungnahme. Aus ganz Österreich seien im Hinblick darauf - auch an die Adresse des St. Pöltener Diözesanbischofs (Kurt Krenn) - "massive Vorbehalte" zum Ausdruck gebracht worden.

"Betroffenheit" über Entwicklung in St. Pölten

Die Leiter der österreichischen Priesterseminare hätten bei ihrem jüngsten Sommertreffen ihre "Betroffenheit" über die Entwicklung in St. Pölten zum Ausdruck gebracht, heißt es in einer "Kathpress"-Aussendung. In einer Presseerklärung unterstrichen die Leiter der Priesterseminare ihre Aufgabe, die geistlichen und menschlichen Qualitäten der Kandidaten genau zu prüfen. Man wisse sich den kirchlichen Ausbildungsnormen verpflichtet, die einen besonderen Schwerpunkt auf die menschliche Reifung der künftigen Priester legen. Dies werde gewährleistet durch ein strenges Aufnahmeverfahren, ein Einführungsjahr für alle Neueintretenden sowie eine intensive geistliche und menschliche Begleitung während der Seminarzeit. (APA)

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