Hunderte Iraker demonstrieren für Saddam Hussein

13. Juli 2004, 08:54
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"Wir opfern dir unsere Seelen und unser Blut, Saddam!" - Protestierende in Baakuba verurteilten den Prozess gegen ihr ehemaliges Staatsoberhaupt

Baakuba/Bagdad - In der irakischen Stadt Baakuba nordöstlich von Bagdad haben am Sonntag hunderte Anhänger des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein demonstriert. "Wir opfern dir unsere Seelen und unser Blut, Saddam!" skandierten die von maskierten Bewaffneten angeführten Demonstranten, von denen viele Bilder des gestürzten Präsidenten trugen. "Saddam wird das Symbol des Irak und der arabischen Nation bleiben!", war auf einem Banner zu lesen.

Die Kundgebung richtete sich gegen die irakische Übergangsregierung von Ministerpräsident Iyad Allawi, die Saddam Hussein wegen Verbrechen gegen sein Volk den Prozess machen will. "Wir verurteilen den gegen Saddam inszenierten Prozess", hieß es auf einem Spruchband. Im Zentrum der Hauptstadt Bagdad versammelten sich einige wenige Saddam-Gegner und verbrannten ein Bild des Ex-Präsidenten. Sie breiteten ein Plakat aus, auf dem zu lesen stand: "Die Verteidigung Saddams ist die Verteidigung von Brutalität und Verbrechen."

Wände anstarren

Saddam Hussein ist nach Angaben des Sicherheitsbeauftragten der irakischen Regierung, Muwaffak al Rubaie, in einer verhältnismäßig geräumigen, aber kargen Zelle untergebracht, in der weder Fernsehgerät noch Bücher, Schreibpapier und Stifte erlaubt sind. Wie die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" berichtete, verbringe er die meiste Zeit des Tages damit, die Wände seiner Zelle anzustarren. Er wird vom US-Militär gefangen gehalten, obwohl er am 30. Juni formal der irakischen Justiz übergeben wurde.

Zwei Tote südlich von Mosul

Ein US-Soldat und ein irakischer Zivilist sind am Sonntag auf einer Landstraße südlich der nordirakischen Stadt Mosul durch einen Sprengsatz getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde verletzt, teilte das US-Militärkommando in Bagdad mit. Der Anschlag hatte sich gegen einen US-Konvoi gerichtet. Der Iraker, der ums Leben kam, war mit seinem Fahrzeug unmittelbar hinter dem Konvoi gefahren. Als Kameraden dem verwundeten US-Soldaten Erste Hilfe leisteten, eröffneten Aufständische aus einem vorbeifahrenden Auto das Feuer auf sie. Die US-Soldaten schossen zurück und töteten den Fahrer des Angreifer-Fahrzeugs.

Anschläge und Gefechte

In Baakuba nördlich von Bagdad wurden bei Anschlägen am Samstag drei Geschäfte zerstört, in denen alkoholische Getränke verkauft wurden. Ein vorbeifahrender Taxifahrer wurde getötet. In Ramadi lieferten sich US-Soldaten Gefechte mit Aufständischen und erschossen drei Angreifer. In Kirkuk töteten Aufständische einen kurdischen Übersetzer, der für die US-Streitkräfte arbeitete. Eiwohner fanden seine Leiche in einem Fluss.

Zerstörung einer Gaspipeline

Im Nordirak wurde am Samstag eine Gaspipeline bei einem Anschlag beschädigt. Wie ein Sprecher einer Ölgesellschaft mitteilte, wird über die Pipeline ein Kraftwerk in der Stadt Beiji beliefert. Es sei mit Problemen bei der Stromversorgung im Nordirak zu rechnen. Erst am vergangenen Wochenende war eine wichtige Ölpipeline im Süden des Landes Ziel eines Anschlags. (APA/Reuters)

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