Himalaja-Königreich Bhutan erwägt Mauer gegen Separatisten

13. Juli 2004, 11:05
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Sperrwall soll indische Kämpfer fernhalten - Rebellen wollen autonomes Gebiet in Assam und Westbengalen erstreiten

Guwahati - Inspiriert von der israelischen Sperranlage im Westjordanland erwägt das Himalaja-Königreich Bhutan den Bau eines Beton-Walls entlang seiner Grenze, um das Einsickern indischer Separatisten auf sein Staatsgebiet zu verhindern. "Es gibt Pläne, entlang der Grenze Mauern zu errichten, um den Sorgen der Menschen Rechnung zu tragen, die in diesen Gegenden wohnen", zitierte die regierungseigene Zeitung "Kuensel" Bhutans Innenminister Lyonpo Jigmi Thinley. Das Parlament in der Hauptstadt Thimpu habe das Innenministerim beauftragt, den Bau einer solchen Barriere zu prüfen und demnächst einen Bericht darüber vorzulegen.

Rebellen wollen autonomes Gebiet in Assam und Westbengalen erstreiten

Bhutan hat eine 380 Kilometer lange Grenze zu den beiden indischen Staaten Assam und Westbengalen. Anwohner der Grenze fürchteten in der jüngsten Vergangenheit, kürzlich vertriebene indische Separatisten könnten erneut in das Land eindringen. Bhutan hatte im Dezember eine Militäroperation gestartet und rund 30 Basen von drei Rebellengruppen im Land zerstört. Die Rebellen, die ein autonomes Gebiet in Assam und Westbengalen erstreiten wollen, hatten zuvor sechs Jahre lang - trotz wiederholter Aufforderungen zum Verlassen des Landes - von Stützpunkten in Bhutan aus Ziele in Indien angegriffen.

Das seit dem Jahr 1971 unabhängige Königreich Bhutan ist etwa mehr als halb so groß wie Österreich. Rund 800.000 Einwohner leben in dem Staat, der enge Beziehungen zu Indien pflegt. Im Westen, Süden und Osten grenzt Bhutan an Indien, im Norden an Tibet. (APA)

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