Sharon: IGH-Erkenntnis zu Sperrwall "Schlag ins Gesicht"

13. Juli 2004, 09:12
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"Einseitige Empfehlung" - Anschlag von Tel Aviv sei das erste Ergebnis der Weltgerichtshofs-Entscheidung

Jerusalem - Israel lehnt das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes (IGH) zu seiner Sperranlage im besetzten Westjordanland ab. Das Land weise die "einseitige Empfehlung" des Haager Gerichts "vollständig" zurück, erklärte der israelische Regierungschef Ariel Sharon am Sonntag in Jerusalem. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen hatte am Freitag befunden, die Errichtung der Sperranlage verstoße gegen das Völkerrecht. Der Wall müsse abgerissen werden, die betroffene palästinensische Bevölkerung habe Anspruch auf Entschädigung.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon bezeichnete das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes als einen "Schlag ins Gesicht des weltweiten Kampfs gegen den Terror".

Anschlag als Ergebnis der Entscheidung

Der Premier äußerte sich kurz nach einem Bombenanschlag am Sonntagmorgen, bei dem in Tel Aviv eine Frau ums Leben kam und nach neuesten Informationen bis zu 30 Menschen verletzt wurden. Dieser mörderische Anschlag sei das erste Ergebnis der Entscheidung des Weltgerichtshofs in Den Haag, erklärte Sharon. (APA)

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