Bombenanschlag in Tel Aviv

11. Juli 2004, 20:09
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Eine Tote und mindestens 21 Verletzte - Al-Aksa-Brigaden bekennen sich zu Anschlag

Tel Aviv - Bei einem Bombenanschlag an einer Bushaltestelle in der israelischen Stadt Tel Aviv ist am Sonntag eine Frau ums Leben gekommen. Nach ersten israelischen Medienberichten wurden mindestens 21 Menschen verletzt, fünf davon schwer. Die Explosion ereignete sich im Süden der Stadt in der Nähe des zentralen Busbahnhofs.

Die palästinensische Fatah-Splittergruppen "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" hat sich zu dem Anschlag bekannt. Nach Angaben der Polizei explodiert die Bombe, als gerade ein Bus abfuhr. Zunächst war von einem palästinensischen Selbstmordanschlag die Rede gewesen.

Der Polizeichef der Stadt, Jossi Sedbon, sagte im Armeerundfunk, offenbar hätten palästinensische Extremisten die Bombe im morgendlichen Berufsverkehr gezündet. "Das war kein Selbstmordattentäter, der Sprengsatz wurde neben dem Bus in einem Gebüsch platziert", fügte er hinzu. Rettungskräften zufolge war mindestens einer der Verletzten in einem kritischen Zustand.

"Ich fuhr gerade zur Arbeit, als ich den Knall hörte, berichtete ein Augenzeuge im israelischen Rundfunk. "Eine Soldatin wurde durch die Luft geschleudert."

Palästinensische Selbstmordattentäter haben seit Beginn des Palästinenseraufstands im September 2000 bei Anschlägen zahlreiche Israelis getötet. Israelfeindliche Gruppen wie die Hamas und Islamischer Dschihad haben in den vergangenen Wochen weitere Anschläge angekündigt.

In der Stadt waren die Sirenen von Notarztwagen zu hören. In der Nähe der Anschlagsstelle hatten sich im Jänner vergangenen Jahres zwei palästinensische Selbstmordattentäter nahezu zeitgleich in die Luft gesprengt. Dabei waren 23 Menschen ums Leben gekommen. (APA/Reuters)

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    Die Bombe explodierte an einer Busstation in Tel Aviv.

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