Anti-Gewalt-Gala in Kärnten: Reinerlös für Minenopfer in Kinderheim in Rovinj

11. Juli 2004, 19:02
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Gerhard Bronner vertrat Heinz Fischer - Petritsch sieht Anti-Minen-Konvention als ersten Schritt

Finkenstein - Eine klare Absage an jede Form von Gewalt und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft gab es am Freitagabend bei der "Gala wider die Gewalt" auf der Burgarena Finkenstein in Kärnten. Die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Melitta Trunk, auf deren Initiative die Veranstaltung vor 15 Jahren ins Leben gerufen worden war, rief die Besucher zu Toleranz in allen Lebensbereichen auf.

Unter den zahlreichen prominenten Gästen befand sich auch Gerhard Bronner, der eine Grußbotschaft von Bundespräsidenten Heinz Fischer verlas. Er schätze und unterstütze die Initiative "Pro Kultur & Kontra Gewalt" seit Jahren, "weil mir diese Bewusstseinsarbeit für Humanität, für Toleranz und für politische Kultur ein Anliegen ist". Fischer ließ sich entschuldigen, da er ursprünglich seine Teilnahme zugesagt hatte.

Österreichs UN-Botschafter Wolfgang Petritsch übernahm die Eröffnung der Gala. Er kündigte an, der Reinerlös werde diesmal einem Kinderheim in Rovinj zu Gute kommen, wo Kinder betreut werden, die im Zuge des Kroatien- bzw. Bosnienkrieges Opfer von Landminen geworden sind. Zudem habe er mit dem Trust Fund in Laibach vereinbaren können, dass dieser die Summe verdoppeln werde. Für den UN-Botschafter ist die Anti-Minen-Konvention ein erster Schritt: "Wenigstens eine Waffengattung könnten wir damit los sein."

Sandra Kreisler eröffnete den Abend dann musikalisch, aber nicht unpolitisch. Danach brachte der Kabarettist Werner Schneyder die etwa 1.500 Besucher sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken. Er philosophierte über Gewalt im Fernsehen: "Warum erleidet im Actionfilm nie einer einen Bauchsteckschuss?- Weil er dann stundenlang schreien müsste und die anderen nicht weiterspielen könnten."

Böse Worte dann auch über die Sozialdemokratie. In Deutschland habe die SPD einen linken und einen rechten Flügel, aber keinen Rumpf, konstatierte Schneyder. In Österreich sei das anders, "die SPÖ hat einen Rumpf und einen rechten Flügel". Den linken hätte sie sich schon vor Jahren ausgerissen, daher bewege sie sich aber auch immer nur im Kreis. Und in Kärnten hätten sich die FBS gegründet, ätzte Schneyder mit Bezug auf die FPÖ-SPÖ-Koalition im Land, "das sind die Freiwillig Blauen Sozialdemokraten".

Ebenfalls auf der Burgruine Finkenstein zu Gast waren - bei strahlendem Sommerwetter - Peter Kreisky, die Kärntner Sängerin Sabine Neibersch und Sandra Pires mit Band. (APA)

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