Darfur-Rebellen: Weltgemeinschaft muss politische Lösung fördern

17. Juli 2004, 18:56
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Teilnahme an Verhandlungen noch nicht entschieden

Asmara - Eine der beiden großen Rebellenorganisationen in Darfur hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, über die humanitäre Notlage hinaus die Suche nach einer politischen Lösung des Konfliktes im Westen Sudans zu unterstützen. "Die humanitäre Lage ist ein Ergebnis der politischen Lage", sagte der Chef der Sudanesischen Befreiungsbewegung (MLS), Abdel Wahid Mohammed Nur, am Freitagabend der Nachrichtenagentur AFP. Für einen dauerhaften Frieden müssten beide Fragen miteinander verbunden behandelt werden.

Zu den von der Regierung in Khartum für den 15. Juli angekündigten Friedensverhandlungen sagte Nur, über eine Teilnahme seiner Organisation sei noch nicht entschieden. Zunächst müsse die sudanesische Führung ihr Versprechen einhalten und den Hilfsorganisationen freien Zugang zur Bevölkerung in Darfur gewähren. Der Rebellenvertreter beschuldigte Khartum, einen im April geschlossenen Waffenstillstand mehrfach gebrochen zu haben.

Die MLS ist eine von zwei Rebellenorganisationen schwarzafrikanischer Ethnien, die seit Februar 2003 in dem Gebiet an der Grenze zum Tschad gegen die von Khartum unterstützte Dschandschawid-Miliz kämpfen. Nach Androhung von internationalen Sanktionen hatte der Sudan Anfang des Monats eine Entwaffnung der Miliz angekündigt, konkrete Schritte sind bislang aber ausgeblieben. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer reiste am Sonntag zu politischen Gesprächen nach Sudan. (APA)

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