Wien: Drogen in Kellerlokal "gebunkert"

11. Juli 2004, 19:32
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Immer wieder ist von einer aktiven Drogenszene im dritten Bezirk die Rede. Freitagnacht bewahrheitete sich die Vermutung

Immer wieder ist von einer aktiven Drogenszene im dritten Bezirk die Rede. Freitagnacht bewahrheitete sich die Vermutung in einem Kellerlokal in der Hainburger Straße.

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Wien - Der Bezirk Landstraße war in der Nacht zum Freitag Zentrum von Lokalrazzien. Ernst Graf, Leiter des Büros für Sofortmaßnahmen des Magistrats, erklärt, man sei zum Teil auch Tipps und Beschwerden aus der Bevölkerung nachgegangen.

Es war ein "übles Drogenlokal" in der Hainburger Straße, das in der Nacht auf Freitag also gestürmt wurde. Oder "wieder einmal kontrolliert" wurde, wie es Ernst Graf formuliert. Denn in dem Kellerlokal sei man regelmäßig gemeinsam mit der Polizei auf Drogensuche. Man vermute, dass von dort der Nachschub für die Verteilung von Cannabis und Marihuana organisiert werde. Man habe Drogen dort "gebunkert", ehe sie auf der Straße verkauft wurden. Sichergestellt wurde aber nur eine geringe Menge.

Privatklage des Hausbesitzers

Der Lokalbesitzer ließ zudem eine Slowakin und eine Bulgarin ohne Arbeitspapiere in seinem Lokal arbeiten, die Frauen wurden angezeigt. Der Besitzer des Lokals in der Hainburgerstraße kann eine korrekte Gewerbeberechtigung vorweisen, daher könne man das Lokal nicht einfach schließen, meint Graf. Jetzt bleibt nur noch eine Privatklage des Hausbesitzers, in dem das Kellerlokal untergebracht ist, um so die Schließung zu erreichen.

Szene nicht aktiver, als anderswo

Die Gegend um die U3-Station Kardinal-Nagl-Platz gerät immer wieder in die Schlagzeilen, wenn von Drogen die Rede ist. Allerdings haben Recherchen der Polizei ergeben, dass die Szene dort auch nicht aktiver ist, als anderswo in Wien in den Lokalen entlang der U-Bahnlinien - DER STANDARD berichtete.

Ebenfalls kontrolliert wurde Freitagnacht ein Café am Rennweg. Dort tauchten Beamte der Polizei und des Magistrats auf, weil Anrainer sich zunehmend über Lärm beschwert hatten. Zudem kümmerte den Lokalbesitzer die Sperrstunde wenig. Das ging schon seit Monaten so, berichten Anrainer. Nicht sehr gescheit, wie man im Büro für Sofortmaßnahmen meint, denn der Herr hatte keine Gewerbeberechtigung für den Betrieb des Lokals vorzuweisen. Es wurde sofort gesperrt. (red, DER STANDARD Printausgabe 10/11.7.2004)

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