Appell an Religionsgemeinschaften, mit Aids, Drogensucht und Homosexualität umgehen zu lernen

10. Juli 2004, 11:30
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"Die Antwort der Religion": Veranstaltungsserie zur Welt-Aids-Konferenz

Wien/Bangkok - Mit der Konferenz "Die Antwort der Religion" hat am Freitag in Bangkok die Veranstaltungsserie von Christen zur 15. Welt-Aids-Konferenz begonnen. Ziel sei es, durch gemeinsame Auftritte mit den anderen Religionen "unsere wichtige Rolle im Kampf gegen Aids zu unterstreichen", sagte Sprecherin Julienne Munyaneza zur Eröffnung der Tagung christlicher Organisationen. Das Motto "Zugang für alle" der Welt-Aids-Konferenz solle aus religiöser Sicht mit Leben erfüllt werden, berichtete Kathpress.

Die Vorsitzende der "Internationalen Gemeinschaft von Frauen mit HIV und Aids", Gracia Violeta Ross Quiroga, betonte, es könne dabei nicht allein um den Zugang zu Medikamenten gehen. Die Peruanerin appellierte an Kirchen und Religionsgemeinschaften, ihre Türen nicht länger gegenüber Menschen mit Aids, Drogensüchtigen, Homosexuellen usw. zu verschließen.

Lob für Versorgungsleistungen

Der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO, Jack Chow, lobte die Rolle der Kirchen bei der Versorgung und Pflege von Aids-Kranken in den Ländern des "Südens". Chaw verdeutlichte durch einen Vergleich mit dem Zweiten Weltkrieg das Ausmaß der drei großen Krankheiten Malaria, Aids und Tuberkulose: "Weltweit sterben pro Jahr sechs Millionen Menschen an diesen drei Epidemien, so viel wie in jedem Jahr des Zweiten Weltkriegs." Dieser Krieg habe jedoch "nur" fünf Jahre gedauert.

Michael Czerny vom Afrikanischen Aids-Netzwerk der Jesuiten betonte, der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit müsse auch ein Kampf gegen Armut sein. Armut sei "die Ursache und die Folge von Aids in Afrika". Czerny forderte die Kirchen und Religionsgemeinschaften auf, sich noch stärker im Kampf gegen Aids zu engagieren.

Mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener christlicher Organisationen aus allen Erdteilen sind zur Welt-Aids-Konferenz nach Bangkok gekommen. Insgesamt werden 15.000 Ärzte, Wissenschafter Politiker, Betroffene und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen in der thailändischen Hauptstadt erwartet. (APA)

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