Legionellenskandal in Klagenfurt: Beinahe elf Jahre keine Kontrollen

11. Juli 2004, 19:02
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Kritik an Behörden wächst nach Todesopfer durch verseuchte Duschen am Campingplatz

Klagenfurt - Immer mehr skandalöse Details werden in der Klagenfurter Legionellen-Affäre bekannt. Die verseuchten Duschen am Klagenfurter Campingplatz hatten, wie berichtet, ein Todesopfer gefordert. Gesundheitsstadträtin Marie-Luise Mathiaschitz (SPÖ) musste am Freitag mitteilen, dass die letzte gesundheitsbehördliche Prüfung der Duschanlagen vor mehr als zehn Jahren erfolgte.

Kontrollvorschrift: Alle drei Jahre

Die Kontrolle fand 1993 statt, laut Vorschrift der Landesbehörde (FPÖ-Landesrat Gerhard Dörfler) muss der Magistrat Klagenfurt aber alle drei Jahre vor Hauptsaisonbeginn prüfen.

Zuständig dafür ist die Abteilung Baurecht und Naturschutz. "Doch die Verantwortung liegt beim Campingplatz-Betreiber, der Stadtwerke AG", sagt Mathiaschitz. Dabei werde auch die Gesundheitsbehörde in beratender Funktion hinzugezogen. Offenbar hat sich aber keine der beteiligten Behörden um eine längst fällige Kontrolle Gedanken gemacht.

Landeshauptmann fordert eine schonungslose Untersuchung

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider fordert nun eine schonungslose Untersuchung des etwaigen Fehlverhaltens der Klagenfurter Magistratsbehörde. Und es sei zu klären, ob bauliche Änderungen und Erweiterungen am Campingplatz-Gelände seit seiner Errichtung vor rund 40 Jahren wie vorgesehen einem neuen Bewilligungsverfahren unterzogen worden sind oder nicht. (stein, DER STANDARD Printausgabe 10/11.7.2004)

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