Do&Co will im Airline-Catering neue Modelle entwickeln

18. Juli 2004, 18:14
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Nach den Erfahrungen in Portugal will man auch bei der Fußball-WM 2006 und der EM 2008 punkten

Wien - 12.000 kg Rinderfilets, 4000 kg belgische Schokolade, 200.000 Teller und in Summe über zehn Mio. Euro Umsatz. Do&Co-Chef Attila Dogudan gab seinen Aktionären bei der Hauptversammlung (HV) am Freitag einen kurzen Überblick, welcher Aufwand bei Do&Co für die Betreuung der 102.000 VIP-Gäste bei der vergangenen Fußball-EM notwendig war. Weil die Verpflegung in Portugal gut funktionierte, hofft Dogudan auch bei der 2006 in Deutschland stattfindenden Fußball-WM und 2008 bei der EM in Österreich und der Schweiz zum Zug zu kommen. Für Deutschland beginnen die Verhandlungen nächste Woche. Geschätzter Umsatz: 20 bis 30 Mio. Euro.

Erste Gespräche für EM 2008

Für die EM 2008 habe es bereits erste Gespräche gegeben. Zunächst, so Dogudan, müsse ein Gesamtkonzept bestehend aus den Bereichen Fußball, Tourismus, Hotellerie, Stadien und Vereine erarbeitet werden. Vertreter der EM 2008 waren auch in Portugal dabei, um sich ein Bild zu machen; erste intensive Gespräche wurden bereits geführt, berichtete Dogudan. Die Verhandlungen selbst dürften erst im Herbst beginnen.

Beim größten Geschäftsfeld des Wiener Nobelgastronomen, dem Airline-Catering, mit dem Do&Co im Vorjahr 50 Mio. Euro umsetzte, konnte Dogudan zwar über erfreuliche Auslandsengagements berichten, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die gesamte Airline-Catering-Branche im Vorjahr weltweit 30 Prozent ihres Umsatzes einbüßte. Eine Folge der Sparmaßnahmen bei den Airlines. Dogudan: Das Airline-Catering geht in Richtung Spaltung: entweder billig oder gut.

Produktionsgebäude in London

Von London aus beliefert Do&Co seit dem Vorjahr die gesamte Businessclass der British Airways auf all ihren Europa-Flügen. Dogudan hat hier gute Chancen, im Herbst auch Teile der Langstrecke zu beliefern. Produziert werden die derzeit 6000 Essen pro Tag in einem eigenen 3000 m² großen Produktionsgebäude von 120 Do&Co-Mitarbeitern.

Auch bei der Lufthansa zeichnen sich Folgeaufträge ab, nachdem die Passagiere auf dem wichtigen Abendflug Frankfurt-New York heuer vier Monate die Spezialitäten in der Businessclass testeten und Do&Co das beste Zeugnis ausstellten.

Grundsätzlich hält Dogudan das derzeitige Airline-Catering für "veraltet" und ist nun dabei, neue Modelle zu entwickeln. Eine Möglichkeit: Die Passagiere entscheiden und zahlen bereits beim Buchen, ob und welches Essen sie haben wollen. Dogudans Erfahrung: "Keiner hat Hunger, jedem ist fad."

Globale Marke als Ziel

Ziel des Unternehmens ist es, Do&Co als globale Marke zu positionieren. Gelingt das, ist die Hereinnahme eines Partners notwendig. Wer das sein könnte, darüber schweigt der Chef, wenngleich nur einer aus der Industrie Sinn mache, der selber nicht den Zugang zum Catering, Restaurant und Eventgeschäft hat, sagt Dogudan.

Nach einer Stunde war die HV vorbei, und die 216 Aktionäre kompensierten den Kursverlust ihrer Do&Co-Aktien von 17 Prozent ausgiebig am Buffet. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.7.2004)

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