Zigaretten sollen fälschungssicher werden

11. Juli 2004, 19:02
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Philip Morris zahlt eine Milliarde an EU für Kampf gegen illegalen Handel - Pro Tag eine Million Fälschungen mit Namen des Unternehmens

Brüssel - Der US-Tabakkonzern Philip Morris wird sich am Kampf der EU gegen Zigarettenschmuggel und gefälschte Ware mit bis zu 1,25 Mrd. Dollar (1,012 Mrd. Euro) beteiligen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten beide Seiten am Freitag und legten damit einen jahrelangen Rechtsstreit bei.

EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer sprach von einem "Meilenstein zur Bekämpfung von Zigarettenschmuggel und Fälschungen." Der Europachef des Unternehmens, Andreas Kalantzopoulos, sagte, das Abkommen sei ein "wesentlicher Schritt im Kampf gegen den Handel mit illegalen Zigaretten".

Die Summe wird der Konzern in den nächsten zwölf Jahren in den EU-Haushalt sowie an zehn Mitgliedstaaten zahlen, die das Abkommen unterzeichnet haben: Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Spanien. Die Hälfte des vereinbarten Betrags wird binnen drei Jahren bezahlt.

Milliardenschäden

Den EU-Staaten gehen durch unter falschem Namen vertriebene und geschmuggelte Zigaretten jährlich Steuereinnahmen von mehreren Hundert Millionen Euro verloren. Pro Tag werden nach Angaben von Philip Morris, Hersteller der Marke Marlboro, eine Million gefälschter Päckchen unter dem Namen des Unternehmens verkauft. Dies schade der Marke, der Konzern verliere Geld, "und die Verbraucher werden betrogen", sagte Kalantzopoulos.

Mit dem Geld will die EU Zigarettenfälschung künftig schärfer bekämpfen, Philip Morris maschinenlesbare Strichkodes anbringen. (APA, DERE STANDARD Printausgabe 10.7.2004)

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