Kärnten will künftig Geburtenbeihilfe zahlen

11. Juli 2004, 20:08
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Haider initiiert "Allianz für die Familie"

Klagenfurt - Auch wenn der Segen in der eigenen Parteifamilie vor kurzem noch schief hing - die FPÖ will sich als die Familienpartei Österreichs verstanden wissen. In Kärnten wurde nun auf einem Familienkongress in Klagenfurt unter Patronanz von Staatssekretärin Ursula Haubner und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider eine "Allianz für die Familie" ins Leben gerufen. Dieser gehören neben Kärntner Non-Profit-Organisationen auch Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der Wirtschaft, aber auch der Gemeinden an.

Haubner betonte bei der Auftaktveranstaltung in der Hypo-Alpe-Adria-Arena die Vorbildwirkung des "Familienlandes" Kärnten. Es sei in Österreich und in Kärnten viel in materieller Hinsicht für die Familien getan worden: Kindergeld, Alleinerhalter-Begünstigungen durch die Steuerreform, Pendlerpauschale, Schulstartgeld.

Nein zu Sonntagsarbeit

Ihr Bruder, Landeshauptmann Haider, bekräftigte sein Nein zur Sonntagsarbeit: "Auch wenn andere Landeshauptleute das begrüßen, wir in Kärnten werden erbitterten Widerstand gegen diesen Unsinn leisten." Eine "missbräuchliche Ausweitung" der Wochenarbeitszeit zerstöre das kulturelle Gefüge, die Familie sei dann "nur mehr eine Schlaf- und Essgemeinschaft". Das stieß beim Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz, der die Patenschaft für die "Familien-Allianz" übernommen hatte, naturgemäß auf viel Gegenliebe: "Ich sehe mit Wertschätzung, wie die Politik derzeit versucht, Familien und Kindern Unterstützung zu geben."

800 Euro pro Baby

Haider kündigte dann auch die rasche Umsetzung seines jüngsten Wahlversprechens, einer Geburtenbeihilfe in der Höhe von 800 Euro pro Kind, an. Sie soll in Kärnten bereits ab 1. Jänner 2005 eingeführt werden. Als FP-Modell für den Bund will das Haubner aber nicht sehen. Das sei vor allem eine Finanzierungsfrage, sagt sie im STANDARD-Gespräch: "Kärnten hat sich durch die Übernahme des Bundeskindergeldes einiges Geld erspart, das jetzt zusätzlich für die Unterstützung der Familien eingesetzt werden kann."

Auch der alten FPÖ-Idee einer Familienbesteuerung, des so genannten Familiensplittings statt der derzeitigen Individualbesteuerung, steht Haubner reserviert gegenüber: "Unsere bisherigen familienpolitischen Maßnahmen sind als erster Schritt zu verstehen. Aber in dieser Legislaturperiode ist das sicher kein Thema mehr." Wichtig sei vor allem, dass die sozialrechtliche Absicherung der Familienarbeit weiter verbessert werden müsse. Das gelte in erster Linie für die höhere Bewertung von Ersatzzeiten. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2004)

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