Bestätigung - von RAU

25. Juli 2004, 19:45
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Der so gut wie komplette Auftritt der mittel-, ost- und südosteuropäischen Präsidenten ist eine Bestätigung für das, was Klestil als Österreichs außenpolitische Rolle sah

Die Würdigungen in der internationalen Qualitätspresse für Klestil waren von einem Thema beherrscht: Seine Bemühungen um internationale Öffnung Österreichs nach Waldheim, sein Dialog mit den mittel- und osteuropäischen Ländern und sein gescheiterter Versuch, "die extreme Rechte" im Februar 2000 von der Macht fernzuhalten (der konservative Le Figaro). Anmerkung für heimische Nabelbeschauer und "Schlussstrich"-Zieher: Das ist das Thema, das für den Großteil des "Auslandes" zählt, wenn von Österreich die Rede ist. Das ist das Kriterium, an dem wir (immer noch) gemessen werden.

Die beachtliche internationale Präsenz und Prominenz bei seinem Begräbnis ist zu einem beträchtlichen Teil ebenfalls auf diese Funktion Klestils als Promotor eines Österreich zurückzuführen, in dessen Politik Chauvinismus, NS-Nostalgie und Selbstisolierung keinen Platz haben sollen. Wenn Putin und Schwarzenegger kommen, ist das glamourös, aber der praktisch komplette Auftritt der mittel-, ost- und südosteuropäischen Präsidenten (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Slowenien, Kroatien) ist eine Bestätigung für das, was Klestil als Österreichs außenpolitische Rolle sah. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2004)

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