Geldwechseln im Urlaub kann teuer kommen

18. Juli 2004, 17:57
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Verbraucherberater warnen vor hohen Wechselspesen - Umtauschen im Urlaubsland ist oft günstiger

Wien - Konsumentenschützer warnen vor teuren Wechselspesen bei heimischen Banken. Sie raten daher, eher im Urlaubsland zu tauschen. In Ländern mit "weicher" Währung wie in den neuen EU-Staaten ist der Wechselkurs meist billiger. Kleinbeträge in fremden Währungen sollten am besten bar bezahlt werden. Für größere Einkäufe ist die Maestro-Karte günstiger als die Kreditkarte. Nur im Notfall sollten Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte erfolgen, da dies extrem teuer sei, rät die Europäische Verbraucherberatung in einem aktuellen Bericht (Link siehe Kasten).

Unterschiedliche Spesen und Wechselkurse

Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) verlangt vier Euro Mindestspesen, viele andere liegen mit rund 3,50 Euro nicht weit darunter, so die Europäische Verbraucherberatung. Relativ günstig kommt man bei der BAWAG davon (1 Prozent vom gewechselten Betrag), ebenso bei der Oberbank (Mindestgebühr 1,50 Euro) und der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV), deren Kunden sogar kostenlos tauschen können. Besitzer der ÖBB-VorteilsCard wechseln bei der Verkehrskreditbank (0,5 Prozent, mindestens 1 Euro) günstig. Österreichs Banken verwenden unterschiedliche Wechselkurse, so die Verbraucherschützer. Für 300 Euro bekomme man zum Beispiel je nach Kurs 69.060 oder 72.600 Forint. Die Differenz macht rund 15 Euro aus.

Das teure Wechseln bei der Bank könne man sich vor einem Kurztrip in die neuen EU-Staaten sparen, heißt es. In der Slowakei, in Slowenien, Tschechien, Ungarn und auch im Noch-nicht-EU-Land Kroatien fanden die Verbraucherberater oft günstigere Wechselkurse. Aber man sollte eher in einer Bank wechseln und vorher nach Wechselkurs und Spesen fragen. In den Wechselstuben könnten die Spesen oft höher sein. Wird der Euro im Restaurant oder in einem Geschäft als Zahlungsmittel akzeptiert, sei es ratsam, sich vorher nach dem Wechselkurs zu erkundigen.

Plastikgeld als Alternative

Eine akzeptable Möglichkeit sei auch Plastikgeld. Allerdings heiße es da wieder umdenken: In der EU kosten Euro-Transaktionen so viel wie daheim. Behebungen und Transaktionen in anderen Währungen seien aber nach wie vor kostenpflichtig.

Wer Geld in anderen Währungen (z.B. Pfund, Forint) aus dem Automaten holt oder die Kreditkarte verwendet, hat Spesen zu tragen. Bei Automatenbehebungen mit Maestro-/Bankomat-Karte sind das 1,82 Euro Fixspesen plus 0,75 Prozent der behobenen Summe. Bezahlt man mit der Maestro-Karte im Geschäft, kostet dies 1,09 Euro Fixum plus 0,75 Prozent des Rechnungsbetrages.

Privilegiert seien die Kunden heimischer Sparkassen und der Erste Bank. Sie könnten an den Geldausgabeautomaten von Konzernunternehmen der Erste Bank kostenlos beheben und zwar: bei der Ceska Sporitelna (Tschechien), Slovenska Sporitelna (Slowakei), Erste Bank Hungary und Postabank (Ungarn) sowie Erste und Steiermärkische Bank (Kroatien).

Spesen auch bei Kreditkarte

Spesen gibt es außerhalb der Euro-Zone auch beim Zahlen mit Kreditkarte, nämlich ein Prozent des Rechnungsbetrages (bei American Express sogar zwei Prozent). Vorsicht sei bei Bargeldbehebungen mit Kreditkarte geboten. Das komme extrem teuer und sei daher nur etwas für Notfälle, etwa wenn die Maestro-Card plötzlich den Dienst versagt. Denn auf eine Karte allein sollte man beim Reisen nicht setzen, so die Konsumentenschützer. (APA)

Link

Der gesamte Bericht ist im Internet unter www.europakonsument.at abrufbar.
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