Die Welt verabschiedet sich von Thomas Klestil

9. Juli 2004, 18:29
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Staats-Begräbnis am Samstag: Größte Versammlung von Staatsoberhäuptern in Zweiter Republik - Hoher Sicherheitsaufwand

Wien - Mit dem Staatsbegräbnis für den in der Nacht auf Mittwoch verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil endet morgen, Samstag, die viertägige Staatstrauer. Am Freitag liefen die Vorbereitungen für die Beisetzungsfeierlichkeiten noch auf Hochtouren. Schließlich werden zahlreiche hochrangige ausländische Staatsmänner erwartet, die Klestil auf seinem letzten Weg begleiten wollen.

23 Zusagen

Nach jüngsten Informationen haben 23 Staatschefs ihr Kommen zugesagt. Es wird dies die größte Versammlung von Staatsoberhäuptern in der Geschichte der Zweiten Republik sein. Zugesagt haben allen Präsidenten der Nachbarländer Österreichs. Prominentester Trauergast ist der russische Präsident Wladimir Putin. Die Delegation der USA wird vom Kalifornischen Gouverneur, dem gebürtigen Steirer Arnold Schwarzenegger, angeführt. Putin und Schwarzenegger waren enge Freunde des Verstorbenen.

Für die Sicherheit der Staatsgäste sind rund 1.000 Polizisten im Einsatz, u.a. die WEGA, Kräfte des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie des Einsatzkommandos Cobra.

Ablauf

Der Ablauf für die Beisetzungsfeierlichkeiten: Um 9 Uhr wird der Sarg mit den sterblichen Überresten von der Hofburgkapelle in den Stephansdom überführt. Dort zelebriert Kardinal Christoph Schönborn um 11 Uhr das Requiem. Die Predigt des Kardinals wird auch die einzige Ansprache sein. Das Begräbnis findet dann um 14.30 Uhr auf dem Zentralfriedhof statt. In einem feierlichen Kondukt wird der Sarg vom Tor 2 zur Präsidentengruft vor der Lueger-Kirche geführt, wo der Verstorbene seine letzte Ruhestätte finden wird. Das Requiem und das Begräbnis werden auf ORF 2 live übertragen.

Abschied

Bis Freitagabend haben tausende Bürger Abschied vom verstorbenen Bundespräsidenten genommen, der in der Hofburgkapelle aufgebahrt war. Nach wie vor treffen Beileidsschreiben aus aller Welt in Österreich ein. Auch Papst Johannes Paul II. hat seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht: "Mit Trauer habe ich davon Kenntnis erlangt, dass Gott, der Herr über Leben und Tod, Herrn Bundespräsidenten Thomas Klestil unerwartet zu sich heimgerufen hat. In tiefer Anteilnahme verbinde ich mich mit dem österreichischen Volk im Gedenken an das verstorbene Staatsoberhaupt. Gerne empfehle ich Bundespräsident Klestil der Barmherzigkeit des gütigen Gottes, der ihm seinen Einsatz für das Wohl der Menschen reichlich vergelten möge. Allen, die für das ewige Heil des verstorbenen Bundespräsidenten beten und opfern, erteile ich von Herzen den Apostolischen Segen". (APA)

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