EconGas versteigerte im Internet erneut 250 Mio. Kubikmeter Erdgas

16. Juli 2004, 10:37
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Größere Nachfrage als im Vorjahr - 12 Bieter kamen zum Zug - Auktion ging über 7 Runden - Gas Hub in Baumgarten vor Ausbau

Ein Jahr nach der ersten Auktion hat die EconGas nun ihre zweite Erdgas-Versteigerung im Internet durchgeführt: Zum Zug kamen 12 Bieter, die gestern insgesamt 250 Millionen Kubikmeter Gas ersteigerten. Das gab die Großkundengesellschaft von OMV, EVN, Wien Energie, Begas, OÖ Ferngas und Linz AG am Freitag bekannt. Die angebotene Menge, die dem Jahresbedarf von rund 125.000 Haushalten entspricht, ging an Industriekunden und Händler aus Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich.

In einem nächsten Schritt werden jetzt die Gasbezugsverträge finalisiert, geliefert wird das Erdgas als Jahresbezug am 1. Oktober. Das Interesse für die Auktion war bereits im Vorfeld größer als bei der Versteigerung im Vorjahr: Insgesamt 31 Bieter aus 7 europäischen Ländern hatten sich angemeldet.

"In der ersten Auktionsrunde wurden Gebote für insgesamt mehr als die doppelte Menge an Erdgaspaketen zu je 10 Millionen Kubikmeter abgegeben. Bei Abschluss der Auktion, die über 7 Runden ging, bei denen jeweils der Preis erhöht wurde, und etwa 2 Stunden dauerte, waren noch 12 Bieter aktiv", berichtete der Geschäftsführer des Auktionators Central European Gas Hub GmbH (in Baumgarten), Harald Stindl.

Im Juli 2003 waren ebenfalls 250 Millionen Kubikmeter von insgesamt 8 Teilnehmern in 23 Runden ersteigert worden. Angemeldet waren damals 22 Bieter.

EconGas-Chef Werner Auli wertet das Ergebnis der jüngsten Versteigerung als Beweis, "dass unser Konzept von dieser Form der Auktion vom Markt honoriert wird". Aufbauend auf den Erfahrungen der bisherigen Auktionen soll der Gas Hub Baumgarten nun weiterentwickelt werden.

Nach den Worten Stindls hat der Hub "beste Chancen", sich neben dem Hub Zeebrugge in Belgien und den Hubs in den Niederlanden an der niederländisch-deutschen Grenze als dritte große europäische Erdgasdrehscheibe zu etablieren. Über die Verteilstation Baumgarten wird russisches Gas nach Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien, Italien, Kroatien und Ungarn weitertransportiert. "Die erfolgreiche Versteigerung hat gezeigt, dass ein Markt existiert, der an Bedeutung zunehmen wird", betont Stindl. Baumgarten sei ein wesentlicher Eintrittspunkt von russischem Erdgas nach West- und Zentraleuropa, wo sich die größten für den europäischen Markt relevanten Nachfrager befänden. Diese Chance soll weiterverfolgt werden.

Die Central European Gas Hub GmbH steht im Alleineigentum des Energiekonzerns OMV. EconGas selbst, eine Gesellschaft für den Erdgas-Direktvertrieb an Businesskunden mit einem Jahresverbrauch ab 500.000 Kubikmetern (m3), gehört zu 50 Prozent der OMV. EVN und Wien Energie halten je 15,7 Prozent, die OÖ Ferngas 15,55 Prozent, die Begas 2,6 Prozent und die Linz AG 0,45 Prozent. Definierter Heimmarkt der EconGas ist zunächst Österreich. Weitere Kernzielmärkte sind Süddeutschland und Norditalien und in einem weiteren Schritt die neuen EU-Mitgliedsstaaten. (APA)

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