"Data Mining": Spionieren - und kassieren

18. Juli 2004, 18:20
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Jedes zweite Unternehmen durchleuchtet seine Kunden via Internet - WU-Umfrage: Nur 45 Prozent der Österreicher vorgewarnt

Wien - Immer mehr Unternehmen durchleuchten ihre Kunden im Internet. Nach einer Studie aus Deutschland nimmt bereits jedes zweite Unternehmen seine Kunden mit so genannten "Data Mining"-Methoden unter die Lupe - Zitat: "um den Kunden individuell kennenzulernen und ansprechen zu können", mitunter wohl aber auch, um die Daten weiterzuverkaufen. In Österreich eine leicht unterschätzte Problematik: Nur 45 Prozent der heimischen Internet-Benutzer sind sich dessen bewusst, dass sie beim Surfen im Internet Spuren hinterlassen, ergab eine heute, Freitag, veröffentlichte Studie der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU).

"Data Mining"

Beim Data Mining werden von Unternehmen Daten der Kunden im Internet gesammelt und ausgewertet, um Muster und Strukturen bei den Gewohnheiten der Kunden aufzudecken. 87 Prozent der Unternehmen gaben bei der deutschen Umfrage an, dass ihre Data Mining Projekte eine hohe Profitabilität aufweisen. In Zukunft wollen die Unternehmen demnach die Möglichkeit des Data Mining noch verstärkt einsetzen. Auch in Österreich dürfen Händler, wenn auch nur unter ganz bestimmten Umständen, Kunden- und Interessenten-Daten ohne deren Zustimmung auswerten und sogar an professionelle Datenhändler verkaufen.

Besserer Datenschutz belebt E-Commerce

Bei den heimischen Konsumenten stoßen die Pläne allerdings auf wenig Gegenliebe. Nach der Umfrage der WU-Wien sprechen sich 90 Prozent der Österreicher für einen verbesserten Datenschutz aus. Immerhin 39 Prozent der Befragten sehen im Data Mining "eine Gefahr für den privaten Lebensbereich". Die WU-Experten sind daher überzeugt, dass bessere Datenschutzmaßnahmen eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Belebung des Handels im Internet (E-Commerce) seien.

Schon jetzt hat aber jeder Österreicher das Recht, seine Daten für Werbezwecke zu sperren. Die Wirtschaftskammer Österreich hat zu diesem Zweck eine spezielle Liste, die so genannte "Robinson-Liste", ins Leben gerufen, betont man von Seiten der heimischen Internet-Betreiber. (APA)

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