Japanisches Unternehmen muss chinesische Zwangsarbeiter entschädigen

11. Juli 2004, 21:20
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Urteil aus erster Instanz aufgehoben: 200.000 Euro für drei Überlebende und Hinterbliebene

Tokio - Ein japanisches Bauunternehmen muss chinesischen Zwangsarbeitern für deren Ausbeutung im Zweiten Weltkrieg umgerechnet rund 200.000 Euro zahlen. Ein Gericht in Hiroshima ordnete am Freitag die Entschädigung von drei Überlebenden sowie Hinterbliebenen zweier weiterer Chinesen an und gewährte damit die gesamte von den Klägern geforderte Summe.

Mit der Entscheidung hob das Gericht ein Urteil aus unterer Instanz teilweise auf: Im Juli 2002 war zwar der Zwang zur Arbeit seitens des Unternehmens Nishimatsu bestätigt worden, eine Entschädigung hatte das Gericht mit Verweis auf Verjährung jedoch abgelehnt.

Während des Zweiten Weltkriegs setzte Japan rund 40.000 Zwangsarbeiter aus China und zehntausende weitere aus anderen asiatischen Ländern ein, vor allem in Minen und Häfen. Hunderttausende weitere Ausländer wurden zu Arbeiten für die japanischen Streitkräfte oder zur Prostitution gezwungen. Viele Klagen sind unter Verweis auf eine Verjährung abgewiesen worden. (APA/AP)

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