Forschung an Embryonen erlaubt, reproduktives Klonen explizit verboten

14. Juli 2004, 13:01
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Französisches Parlament billigte in letzter Lesung ein neues Bioethikgesetz

Paris - Frankreich erlaubt die Forschung an "überzähligen" menschlichen Embryonen, nicht aber das therapeutische Klonen. Das Parlament billigte in der Nacht auf Freitag in letzter Lesung ein neues Bioethikgesetz, das die Forschung an in vitro gezeugten Embryonen für zunächst fünf Jahre zulässt. Das reproduktive Klonen, also der Versuch, einen Menschen zu klonen, wird dagegen explizit verboten und als "Verbrechen gegen die menschliche Gattung" eingestuft.

Die Embryonenforschung muss von einer nationalen Agentur für Biomedizin genehmigt werden, die Anfang nächsten Jahres ihre Arbeit aufnimmt. In Frankreich gebe es derzeit 100.000 bis 200.000 Embryonen, die tiefgefroren aufbewahrt werden, sagte Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy der Zeitung "Le Monde".

Dem Gesetz zufolge darf in Frankreich künftig auch aus mehreren Embryonen einer ausgewählt werden, aus dem ein Baby wird, dessen Erbgut bei der Behandlung eines an einer genetischen Krankheit leidenden Geschwister helfen kann. Die sozialistische Opposition stimmte in der Pariser Nationalversammlung gegen das Gesetz, das nach fast dreijährigen Beratungen verabschiedet wurde, und kündigte an, den Verfassungsrat anzurufen. (APA/AP)

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