Landeskrankenhaus Graz: Falsche Schwangere entbunden

11. Juli 2004, 19:02
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Falsch ausgesprochener Name führte zur Verwechslung der schwangeren Frauen - Folgen für Baby unklar

Graz – Ein schwerer Fehler hat im Landeskrankenhaus (LKH) Graz dazu geführt, dass bei einer erst im siebten Monat schwangeren Frau die Geburt eingeleitet wurde. Ob das Baby dadurch gesundheitliche Schäden erlitten hat, wagen die Ärzte noch nicht zu sagen.

Am 26.Juni befand sich die seit kurzem in Österreich lebende Türkin in der Aufnahme des Spitals. Über Lautsprecher ließ ein Arzt eine andere gebürtige Türkin ausrufen, die allerdings schon in der 40. Schwangerschaftswoche war. Irrtümlicherweise meldete sich jedoch die erste Frau. Aufgrund ihrer schlechten Deutschkenntnisse konnte das Missverständnis mit dem Spitalspersonal offenbar nicht mehr rechtzeitig aufgeklärt werden.

Folgen für Baby unklar

Die Geburt wurde eingeleitet, erst Angehörige der zweiten Schwangeren klärten die Verwechslung. Nach Beratungen mit der Familie entschieden sich die Ärzte dafür, das Baby mittels Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen. Folgeschäden werden von den Medizinern nicht erwartet, "doch ist das in diesem Stadium der Entwicklung nur mit begrenzter Sicherheit zu sagen", gestand der ärztliche Direktor des LKH, Günther Bergmann, am Freitag ein.

Die steirische Patientenombudsfrau Renate Skledar hat sich mittlerweile in den Fall eingeschaltet. Möglicherweise wird auch die Staatsanwaltschaft Graz Ermittlungen starten. (DER STANDARD Printausgabe, 10./11. Juli 2004, APA, moe)

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