Salzburg expandiert bei der Kinderbetreuung

22. Juli 2004, 11:19
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SPÖ-Landeshauptfrau Burgstaller will Regierungsabkommen "trotz Sparkurs" erfüllen: Ziel ist die Erhöhung der Geburtenrate

Salzburg - Die Absicht der Salzburger Landesregierung, das erste Bundesland mit Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu werden, sei eine demographische Notwendigkeit, betonte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) am Freitag in einem Pressegespräch. Bleibt die Geburtenrate unverändert, beginnt in 25 Jahren die Salzburger Bevölkerung zu schrumpfen. Internationale Vergleiche zeigen, dass die Geburtenrate bei Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung höher sei, so Burgstaller.

Keine Widerstände der Opposition erwartet

"Es geht nicht um Zwangsbeglückung, sondern darum, die Nachfrage, die existiert, zu befriedigen", so die Landeshauptfrau, die in der Regierung für Frauenfragen zuständig ist. Widerstände vom Regierungspartner ÖVP und der für die Kinderbetreuung zuständigen Landesrätin Doraja Eberle befürchtet Burgstaller nicht, weil im Regierungsübereinkommen das Ziel schon festgelegt worden sei, gleichzeitig aber auch festgehalten wurde, dass es keine verpflichtende Kinderbetreuung geben wird. Jede fünfte Salzburgerin ohne Beschäftigung würde gerne arbeiten, wenn sie Beruf und Kinderbetreuung vereinbaren könnte, so Burgstaller. "Der Bedarf ist da." Trotz des strengen Sparkurses wird das Land Salzburg deshalb schon im kommenden Jahr eine Million Euro zusätzlich für die Kinderbetreuung ausgeben.

Unterschiedliche Geburtenraten

In Frankreich, oder Skandinavien, wo es ein deutlich besseres Angebot an Kinderbetreuung gebe, sei die Geburtenrate deutlich höher. In Salzburg würde eine Frau im Schnitt 1,4 Kinder zur Welt bringen, in Frankreich seien es 1,9 Kinder, rechnete Landesstatistiker Josef Raos vor.

Aufhebung der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld

Burgstaller forderte auch, dass beim Kindergeld die Zuverdienstgrenze aufgehoben werden müsse, weil ansonsten die Frauen mehr oder weniger zum Daheim-bleiben gezwungen würden.

Grundsätzlich sollten die Betreuungseinrichtungen möglichst altersgerecht, flexibel und leicht erreichbar sein. Es müsse nicht immer gleich ein neues Haus gebaut werden, hier sei Kreativität gefragt, sagte Burgstaller. Selbst Kinderbetreuung in Kombination mit einem SeniorInnenheim sei denkbar, meinte sie. Nach der Vorstellung der Landeshauptfrau sollte das Recht auf die Betreuung bei den Gemeinden eingefordert werden können. (APA)

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