Zunehmend Geschlechtskrankheiten in Schweden

14. Juli 2004, 15:04
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Dramatischer Anstieg der Chlamydia-Infektionen unter Jugendlichen

Stockholm - In Schweden sind Geschlechtskrankheiten in den vergangenen Jahren wieder stark im Vormarsch. Laut neuesten Zahlen der Gesundheitsbehörden ist vor allem der Anstieg bei Chlamydia-Infektionen unter Jugendlichen dramatisch. Auch andere Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe ("Tripper", Anm.) und Syphilis werden in Schweden wieder häufiger.

In den Altersgruppen 15-19 und 20-24 stieg die Anzahl der Infektionen seit 1999 um ein Vielfaches und erreichte im Vorjahr eine Gesamtzahl von 15.000 Fällen. Bei männlichen Teenagern war der Anstieg am höchsten - im Vorjahr 69 Prozent. Bei den jungen Frauen betrug die Steigerungsrate 46 Prozent - allerdings war die Anzahl der Chlamydia-Fälle bei Mädchen in absoluten Zahlen gemessen wesentlich höher.

Vermutete Ursachen

Als Grund für den drastischen Anstieg vermuten schwedische Gesundheitsexperten den zu seltenen Gebrauch von Kondomen und häufige Partnerwechsel. Kristina Ramfeldt vom Volksgesundheitsinstitut schätzt die Hochrisikogruppe derer, die auch noch häufig sexuelle Verbindungen im Ausland haben, auf 15 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Auffällig ist laut Gesundheitsbehörden die altersmäßige Verteilung der unterschiedlichen Erkrankungen: Während Chlamydia im Schnitt bei 20-Jährigen am häufigsten auftritt, ist der typische Gonorrhoe-Patient um die 30. Syphiliskranke sind in erster Linie Männer zwischen 30 und 40. (APA)

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