Routineanfrage zu weißem Kastenwagen im Fall Natascha Kampusch

5. Oktober 2006, 16:11
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Fourniret fuhr einen Kleinbus, ein solcher taucht auch im Zusammenhang mit dem verschwundenem Mädchen in Wien auf

Wien - Die Polizei will nichts unversucht lassen, um das Schicksal von Natascha Kampusch aus Wien zu klären. Das damals zehn Jahre alte Mädchen ist seit März 1998 verschwunden. Darum lässt das Bundeskriminalamt (BK) jetzt sogar überprüfen, ob es einen Zusammenhang mit den Bluttaten des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret gibt, der gestanden hat, in Belgien und Frankreich neun Frauen- bzw. Mädchenmorde begangen zu haben.

Routine

Bei der Anfrage, die am Montag über Interpol an die belgische Kriminalpolizei herangetragen worden ist, handle sich um "reine Routine", betonte Zwettler: "Es gibt keinen Hinweis und kein Indiz, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht." Es gehe vor allem um die Frage, ob Fourniret zum Zeitpunkt von Nataschas Verschwinden in Österreich gewesen ist.

Weißer Kastenwagen

Michel Fourniret hatte nach seiner Verhaftung angegeben, öfters im europäischen Ausland unterwegs gewesen zu sein. Dabei fuhr er mitunter einen weißen Kastenwagen. Auch im Fall Kampusch taucht ein solches Fahrzeug auf: Eine Zwölfjährige wollte beobachtet haben, dass Natascha auf dem Weg zur Schule in einen weißen Kleinbus gezerrt wurde. "Es gibt in Europa zigtausende weiße Kastenwagen, das kann man nicht als starkes Indiz bezeichnen", so Zwettler.

Einmaliger Fall

Der Fall Kampusch ist seit 1998 ungeklärt, und es ist ziemlich einmalig in der österreichischen Kriminalgeschichte, dass jemand so spurlos verschwindet", so erklärt der Kripo-Chef die Gründe für die "standardmäßige Anfrage" an die Fourniret-Ermittler. Ob bald eine Antwort kommt, sei nicht abzuschätzen, da auch viele andere Länder mit ähnlichen Anfragen an die belgische Polizeibehörde herantreten.

Intensive Suche in Österreich und Ungarn

Natascha Kampusch hatte sich am 2. März 1998 auf den Weg zur Volksschule gemacht und ist dort nicht angekommen. Trotz intensiver Suche in ganz Österreich und sogar in Ungarn fand sich von der Brillenträgerin keine Spur. Öffentlichkeit und Exekutive standen damals unter dem Eindruck des knapp zwei Jahre zuvor aufgeflogenen Dutroux-Skandals in Belgien. Befürchtet wurde, dass die Zehnjährige von einem Kinderschänder entführt worden sein könnte. Zahllose Überprüfungen, die Suche mit Hubschraubern und Grabungen haben bisher keine Spur gebracht.

Der spektakuläre Fall um den mutmaßlichen Serienmörder Fourniret erregt die Gemüter in Frankreich und Belgien seit eineinhalb Wochen. Das Ausmaß der Affäre liegt noch im Dunkeln. Die bisher gestandenen Taten konzentrieren sich auf die Zeiträume 1987 bis 1990 und 2000 bis 2002.(APA)

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