Sonnige Sommerjobs

11. Juli 2004, 19:00
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Als Eisverkäufer Italien-Feeling verbreiten, als Animateur für Stimmung sorgen, bunte Sommercocktails mixen: Arbeiten, wo andere ihren Urlaub genießen

Wer kennt sie nicht, die immer lustigen, aktiven und braungebrannten jungen Menschen, die in Hotels und Clubs rund um die Uhr für gute Stimmung sorgen. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen - das ist für viele SchülerInnen und StudentInnen ein Wunschtraum. „ In Wirklichkeit ist Animation echte Knochenarbeit“, berichtet Philipp. Der 24-jährige verbrachte einige Sommer als Animateur bei einer großen Hotelkette in Griechenland. „Mein Tag bestand in der Regel aus Arbeit und Schlafen, da bleibt keine Zeit für Partys.“

Beruf: Gute Laune

Animateure werden in allen möglichen Bereichen von größeren Hotels und vor allen Dingen von Ferienclubs gesucht: Sportanimation, Hotelanimation und Kinderanimation sind zu bewältigen. Meistens bieten die Hotels freie Unterkunft  und Verpflegung. Der Tag beginnt um neun Uhr mit Frühstück und Teamsitzung und endet nicht selten nach 24 Uhr. Flexibilität, Aufgeschlossenheit und eine positive Lebenseinstellung sowie Belastbarkeit werden bei diesem Job vorausgesetzt. Wichtig: Zum Animateur ist nicht jeder geeignet, stille Mauerblümchen oder Sportmuffel sollten sich lieber nach anderen Tätigkeiten umsehen.

"Das klingt jetzt einmal ganz schrecklich“, lacht Philipp, „aber in Wirklichkeit ist es ein toller Job. Man lernt viele neue Leute aus der ganzen Welt kennen, das ist immer wieder toll. Netter Nebeneffekt ist auch, dass man den ganzen Sommer praktisch kein Geld ausgibt, weil man rund um die Uhr im Club ist." Generell ist es empfehlenswert, sich vor der Anreise an den "Urlaubsort" genau über Versicherung, Bezahlung und Jobprofil schlau zu machen. Wenn man erst in einem fremden Land festsitzt, ist es viel schwieriger, sich die Sache noch einmal anders zu überlegen.

Gelati, Gelati !

Ohne sie würden wir im Sommer in der Stadt verzweifeln: Die Eisverkäufer bieten mit dem süßen Gefrorenen willkommene Abkühlung. Ob ein schnelles Eis im Vorbeigehen oder ein opulenter Becher in einer der vielen Eisdielen, spätestens im Juni herrscht überall Hochbetrieb. Und weil die Hauptsaison ideal mit Schul- und Uniferien zusammenfällt, sind es vor allem SchülerInnen und StudentInnen, die sich so ein Taschengeld verdienen. Die 23-jährige Juliana  arbeitet diesen Sommer zum ersten Mal als Eisverkäuferin. „Bisher habe ich gekellnert oder auch in lateinamerikanischen Lokalen gearbeitet. Aber der Job hier macht eindeutig mehr Spaß!“ Nur im Hochsommer wird der Stress dann ein bisschen viel, die Leute stehen Schlange vor der Eistheke. Man braucht schon gute Nerven, wenn alle anderen die Ferien genießen, während man selbst arbeiten muss.

Ausßerdem kommt es sehr stark darauf an, um was für ein Eisgeschäft es sich handelt. Während man bei großen Salons in der Stadt oft ohne Pause hinter der Theke steht, ist man bei kleinen Anbietern im Grünen besser dran und dabei auch noch an der frischen Luft. „Aber für ein paar Wochen ist es wirklich in Ordnung, solange ich das nicht mein Leben lang mache“, beteuert Juliana, die sich mit der Arbeit im Sommer ihr Biologiestudium finanziert. Und auch wenn man es glauben könnte, dick wird man im Eissalon nicht: Wer täglich stundenlang Eisbecher und –tüten füllt, hat abends selbst gar keine Lust mehr auf die süße Sünde.

Geschüttelt oder gerührt

Wen es im Sommer ins Nachtleben zieht, der kann auch damit sein Geld verdienen. Günter, 20, und Armin, 22, verbringen ihre Ferien als Barkeeper auf der Wiener Donauinsel. Sie sorgen dafür, dass die durstigen Touristen und Nachtschwärmer mit professionell zubereiteten Cocktails versorgt werden. “Ein toller Job, auch wenn man dafür schon sehr kommunikativ und locker sein muss,“ weiss Armin. Kellnern oder die Arbeit hinter der Bar sind wahrscheinlich die beliebtesten Sommerjobs. Jedes Jahr werden Massen an Touristen erwartet, und die zahllosen Bars, Cafés und Nightclubs benötigen immer wieder neue Saisonkräfte.

Der Job hat zwei unschlagbare Vorteile: In einer relativ kurzen Saison lässt sich relativ viel Geld verdienen. „Da sieht man dann gerne über den einen oder anderen stressigen Abend hinweg“, lacht Günter. Und schließlich weiss man ja jedes Jahr aufs neue: die Saison dauert nicht lange, und spätestens im Herbst kehrt wieder die Normalität ein. Wer dann noch nicht genug vom Kellnern und Drinks mischen hat, muss aber nicht bis zum nächsten Sommer warten: In den österreichischen Wintersportorten startet die Saison nur 4 Wochen nachdem die Strandbars der Wiener Donauinsel ihre Rollläden herunterlassen. Dann heisst es eben statt „Ab in den Süden“ mit Pina Colada „Ab auf die Piste“ mit Jagatee. (az)

  • Artikelbild
    bild: playmobil
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