Kein Käufer für den Safaripark Gänserndorf - 600 Tiere werden verkauft

11. Juli 2004, 19:02
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Weiterführungsideen zahlreich, jedoch Investor ist keiner in Sicht

Gänserndorf – "Die Jaks kommen nach Deutschland, die Antilopen nach England, die Löwen nach Italien", erzählt ein leitender Angestellter des insolventen Gänserndorfer Safariparks. Freitagfrüh hatte dort Masseverwalter Ferdinand Bruckner den Weg freigegeben für den Verkauf der rund 600 exotischen Tiere an den Bestbietenden.

Davor hatte die mit der Tierbetreuung beauftragte GesmbH ihre Tätigkeit für beendet erklärt. Der Streichelzoo war – wie berichtet – schon vor einer Woche vom Österreichischen Tierschutzverein abtransportiert worden.

Zu diesem Zeitpunkt schwirrten Meldungen über Kaufinteressierte am Safaripark durch Presse und Gerüchteküche. Die Investorengruppe wolle vorerst noch anonym bleiben, hieß es. Doch den Ankündigungen eines angeblich in ihrem Namen sprechenden Wirtschaftstreuhänders folgte kein Finanzierungsvorschlag.

"Das war wohl eine Seifenblase", konstatierte am Freitag der Gänserndorfer Bürgermeister Johann Karl (SP). Dabei habe die Gemeinde, der durch den Konkurs Kommunalsteuerausfälle ins Haus stehen, einen Ausweg aus den komplizierten Pachtverhältnisse im Safaripark gefunden: "Ein möglicher Betreiber kann das Gelände für 99 Jahre um 1000 Euro jährlich pachten."

An Weiterführungsideen – vom Tierpark begleitenden Themenpark bis hin zur Therme – mangle es nicht, sehr wohl jedoch an Finanzkraft, um diese umzusetzen, erläutert indes Helmut Miernicki, Geschäftsführer der Landesfinanzierungsagentur Eco Plus. Jede Lösung müsse die Pharmafirma Baxter miteinbeziehen, die im Park eine Auffangstation für "pensionierte" Versuchsaffen betreibt. (DER STANDARD Printausgabe 10./11. Juli 2004)

von Irene Brickner
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